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Theo Pourchaire wird in der kommenden Saison für das neue Formel-E-Team Opel GSE an den Start gehen. Der Franzose stößt zum deutschen Rennstall, bei dem Mitch Evans voraussichtlich ebenfalls fahren wird. Die Bekanntgabe von Evans’ Wechsel soll nach der laufenden Saison erfolgen. Der Neuseeländer hat seinen bevorstehenden Abschied von Jaguar bereits kommuniziert.
Für Pourchaire ist die Vereinbarung die bislang klarste Formel-E-Chance seiner Karriere. Der Formel-2-Meister von 2023 hat seit 2022 umfangreiche Testarbeit geleistet, darunter erste Entwicklungsfahrten mit dem aktuellen Gen3-Fahrzeug. Diese Generation wird später in diesem Jahr durch die Gen4-Autos ersetzt.
In diesem Jahr absolvierte Pourchaire außerdem drei Tests für Maserati MSG sowie zwei öffentliche Citroën-Tests in Miami und Jarama. Zu seiner Vorbereitung gehörten auch Entwicklungsarbeiten mit dem Gen4-Fahrzeug – unter anderem im April auf dem Circuit Paul Ricard, als das Stellantis-Entwicklungsauto in Opel-Testlackierung unterwegs war. Im vergangenen Monat teilte er sich in Guadix weitere Testfahrten mit Citroën-Fahrer Jean-Éric Vergne.
„Das ist der nächste Schritt in meiner Karriere und die bislang größte Chance im Einsitzer-Sport, die ich bekommen habe“, sagte Pourchaire. „Die neue Gen4-Generation passt perfekt zu meinem Übergang aus der Formel 2: mehr Leistung, Allradantrieb und eine unglaubliche Beschleunigung.“
Sein bestehender Vertrag mit Stellantis Motorsport hat ihn außerdem dauerhaft in die FIA WEC geführt, wo er Teil des Peugeot-9X8-Programms ist. Diese Aufgabe im Langstreckensport wird er parallel zu seiner Simulatorarbeit für das Mercedes-Formel-1-Team fortsetzen, bei dem er offizieller Entwicklungsfahrer ist. Pourchaires umfangreicher Einsatz in mehreren Rennserien steht auch im Zusammenhang mit den Langstreckenambitionen des Herstellers, wie die nächste Entwicklungsphase des Peugeot 9X8 zeigt.
Opel-Motorsportchef Joerg Schrott bezeichnete Pourchaire als „herausragendes junges Talent“ mit „Meisterschaftsformat“. Er lobte dessen Rennintelligenz, seine Leistungsfähigkeit unter Druck und die nachgewiesene Siegermentalität.
Bei der Verpflichtung geht es nicht allein um sofortige Ergebnisse. Schrott erklärte, Opel sehe in Pourchaire einen möglichen langfristigen Werksfahrer und künftigen Teamleader. Die angestrebte Balance ist eindeutig: Erfahrung auf der einen Seite der Garage, aufstrebendes Talent auf der anderen.
Opel hatte mehrere deutsche Fahrer in Betracht gezogen, darunter den ehemaligen Formel-3-Piloten Tim Tramnitz, der das Gen4-Auto gemeinsam mit Pourchaire testete. Nach Einschätzung des Teams hinterließ Pourchaire bei dieser Evaluierung jedoch den stärkeren Eindruck. Tramnitz unterschrieb anschließend als Werksfahrer bei BMW im Sportwagenprogramm.
Obwohl Pourchaires französische Nationalität Erwartungen an einen Wechsel zu Citroën an der Seite von Vergne geweckt hatte, soll Stellantis diese Möglichkeit nicht ernsthaft verfolgt haben. Die personelle Kontinuität bei Citroën und Opels Wunsch nach einem erfahrenen Fahrer neben einem jungen Talent prägten die Entscheidung.
Auch Oliver Rowland und Nyck de Vries führten Gespräche mit Opel, doch keine der beiden Verhandlungen kam zum Abschluss. Stattdessen wird Pourchaire zum Mittelpunkt von Opels Gen4-Projekt und der längerfristigen Formel-E-Strategie des Herstellers. Im Fahrermarkt der neuen Ära zeichnet sich damit ein weiterer wichtiger Wechsel ab – ähnlich wie beim erwarteten Wechsel von Maximilian Günther zu Envision.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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