Theo Pourchaire fĂŒhrt Opel in die neue Formel-E-Ăra Gen4 ab 2026

Pourchaire erhÀlt Formel-E-Cockpit bei Opel
Theo Pourchaire wird in der kommenden Saison fĂŒr das neue Formel-E-Team Opel GSE an den Start gehen. Der Franzose stöĂt zum deutschen Rennstall, bei dem Mitch Evans voraussichtlich ebenfalls fahren wird. Die Bekanntgabe von Evansâ Wechsel soll nach der laufenden Saison erfolgen. Der NeuseelĂ€nder hat seinen bevorstehenden Abschied von Jaguar bereits kommuniziert.
FĂŒr Pourchaire ist die Vereinbarung die bislang klarste Formel-E-Chance seiner Karriere. Der Formel-2-Meister von 2023 hat seit 2022 umfangreiche Testarbeit geleistet, darunter erste Entwicklungsfahrten mit dem aktuellen Gen3-Fahrzeug. Diese Generation wird spĂ€ter in diesem Jahr durch die Gen4-Autos ersetzt.
In diesem Jahr absolvierte Pourchaire auĂerdem drei Tests fĂŒr Maserati MSG sowie zwei öffentliche CitroĂ«n-Tests in Miami und Jarama. Zu seiner Vorbereitung gehörten auch Entwicklungsarbeiten mit dem Gen4-Fahrzeug â unter anderem im April auf dem Circuit Paul Ricard, als das Stellantis-Entwicklungsauto in Opel-Testlackierung unterwegs war. Im vergangenen Monat teilte er sich in Guadix weitere Testfahrten mit CitroĂ«n-Fahrer Jean-Ăric Vergne.
âDas ist der nĂ€chste Schritt in meiner Karriere und die bislang gröĂte Chance im Einsitzer-Sport, die ich bekommen habeâ, sagte Pourchaire. âDie neue Gen4-Generation passt perfekt zu meinem Ăbergang aus der Formel 2: mehr Leistung, Allradantrieb und eine unglaubliche Beschleunigung.â
Sein bestehender Vertrag mit Stellantis Motorsport hat ihn auĂerdem dauerhaft in die FIA WEC gefĂŒhrt, wo er Teil des Peugeot-9X8-Programms ist. Diese Aufgabe im Langstreckensport wird er parallel zu seiner Simulatorarbeit fĂŒr das Mercedes-Formel-1-Team fortsetzen, bei dem er offizieller Entwicklungsfahrer ist. Pourchaires umfangreicher Einsatz in mehreren Rennserien steht auch im Zusammenhang mit den Langstreckenambitionen des Herstellers, wie die nĂ€chste Entwicklungsphase des Peugeot 9X8 zeigt.
Opels langfristige Fahrerstrategie
Opel-Motorsportchef Joerg Schrott bezeichnete Pourchaire als âherausragendes junges Talentâ mit âMeisterschaftsformatâ. Er lobte dessen Rennintelligenz, seine LeistungsfĂ€higkeit unter Druck und die nachgewiesene SiegermentalitĂ€t.
Bei der Verpflichtung geht es nicht allein um sofortige Ergebnisse. Schrott erklĂ€rte, Opel sehe in Pourchaire einen möglichen langfristigen Werksfahrer und kĂŒnftigen Teamleader. Die angestrebte Balance ist eindeutig: Erfahrung auf der einen Seite der Garage, aufstrebendes Talent auf der anderen.
Opel hatte mehrere deutsche Fahrer in Betracht gezogen, darunter den ehemaligen Formel-3-Piloten Tim Tramnitz, der das Gen4-Auto gemeinsam mit Pourchaire testete. Nach EinschĂ€tzung des Teams hinterlieĂ Pourchaire bei dieser Evaluierung jedoch den stĂ€rkeren Eindruck. Tramnitz unterschrieb anschlieĂend als Werksfahrer bei BMW im Sportwagenprogramm.
Warum Opel statt Citroën?
Obwohl Pourchaires französische NationalitÀt Erwartungen an einen Wechsel zu Citroën an der Seite von Vergne geweckt hatte, soll Stellantis diese Möglichkeit nicht ernsthaft verfolgt haben. Die personelle KontinuitÀt bei Citroën und Opels Wunsch nach einem erfahrenen Fahrer neben einem jungen Talent prÀgten die Entscheidung.
Auch Oliver Rowland und Nyck de Vries fĂŒhrten GesprĂ€che mit Opel, doch keine der beiden Verhandlungen kam zum Abschluss. Stattdessen wird Pourchaire zum Mittelpunkt von Opels Gen4-Projekt und der lĂ€ngerfristigen Formel-E-Strategie des Herstellers. Im Fahrermarkt der neuen Ăra zeichnet sich damit ein weiterer wichtiger Wechsel ab â Ă€hnlich wie beim erwarteten Wechsel von Maximilian GĂŒnther zu Envision.
