Toto Wolff bestätigt: Mercedes entwickelt bereits für 2027

Mercedes hat sich an der Spitze der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft einen komfortablen Vorsprung von 145 Punkten erarbeitet. Teamchef Toto Wolff bezeichnete dieses Polster als „schönen Puffer“, während die Silberpfeile ihren primären Entwicklungsfokus bereits auf die Formel-1-Saison 2027 verlagern.
Nach schwierigen Jahren während der vorangegangenen Ground-Effect-Ära dominiert Mercedes das technische Reglement von 2026 nach Belieben. Neben dem deutlichen Vorsprung auf Ferrari im Teamduell führt Mercedes-Junior Kimi Antonelli auch die Fahrerwertung an. Antonelli setzte mit seinem Sieg beim Premierenrennen auf dem Madring in Spanien einen weiteren Meilenstein, nachdem Sebastian Vettel seine Unterstützung für Antonelli bei dessen historischer Rekordjagd bekundet hatte.

Verlagerung der Ressourcen auf den Boliden für 2027
In den ersten 14 Grands Prix der Saison 2026 sicherte sich Mercedes bereits zehn Siege. Diese Dominanz behauptet die Mannschaft trotz kontinuierlicher Upgrade-Offensiven der Hauptkonkurrenten McLaren und Ferrari. Mercedes selbst brachte im Mai beim Großen Preis von Kanada Modifikationen an die Strecke, ergänzt durch gezielte streckenspezifische Anpassungen – lieferte insgesamt jedoch deutlich weniger Neuerungen als die Verfolger.
Wie Wolff verriet, begann die Umstellung der Entwicklungskapazitäten auf das kommende Jahr bereits vor der Sommerpause.
„2027 hat für uns schon vor einer ganzen Weile begonnen, noch vor dem Sommer“, erklärte Wolff. „Im Sommer haben wir die Ressourcen auf das nächste Jahr umverteilt, und das läuft exakt nach Plan weiter – völlig unabhängig von unserem aktuellen Punktestand in der Weltmeisterschaft.“
Während Ferrari einen massiven Rückstand wettmachen muss und McLaren nach zwei Siegen durch Lando Norris auf weitere Erfolge drängt, bleibt das Schließen dieser Lücke eine Mammutaufgabe.

Voller Fokus trotz komfortablem Titelpolster
Trotz der Kontrolle über beide Meisterschaften mahnt Wolff davor, sich in den verbleibenden sechs Rennwochenenden in Sicherheit zu wiegen.
„Man kann ausfallen, man kann crashen. Wenn das zweimal hintereinander passiert, ist das, was wie ein schöner Puffer aussah, plötzlich dahin – denn es stehen immer noch sechs Rennen aus“, betonte Wolff. „Meiner Meinung nach müssen wir die Punkte einfach ignorieren, bis es für die Konkurrenz rechnerisch nicht mehr möglich ist zu gewinnen. Bis dahin gilt es, sich auf jedes einzelne Wochenende zu konzentrieren und Bestleistungen abzuliefern.“
Bevor der Fokus jedoch vollständig auf 2027 gerichtet wird, bringt Mercedes noch ein letztes großes Entwicklungspaket. Nach dem anstehenden Rennwochenende in Baku plant das Team, beim Großen Preis von Bahrain in Malaysia eine Reihe neuer Aerodynamik-Komponenten einzusetzen.
„Ich denke, wir bringen in Malaysia ein solides Upgrade“, erklärte Wolff gegenüber Sky Sports. „Zuerst müssen wir Baku überstehen und dann abwarten. Manchmal korrelieren die Daten nicht perfekt mit der Rennstrecke. Ich hoffe aber, dass alles funktioniert und wir in Sachen Upgrades mit den anderen gleichziehen – man weiß es eben nie vorher.“
