Vasseur dementiert: Keine getrennte Ferrari-Strategie wegen Team-Zoff

Ferrari-Teamchef Fred Vasseur hat Spekulationen entschieden zurückgewiesen, wonach die Scuderia beim Großen Preis von Spanien die Strategien von Charles Leclerc und Lewis Hamilton bewusst aufgeteilt habe, um ein teaminternes Duell auf der Strecke zu verhindern.
Das Verhältnis zwischen Leclerc und Hamilton steht nach den jüngsten Spannungen unter genauer Beobachtung. In Zandvoort sorgte Funkverkehr für Unruhe, als Hamilton eine Stallorder forderte, um an Leclerc vorbeizugehen. Beim darauffolgenden Rennen in Italien kam es in der Startrunde zu einer Kollision, die Hamiltons Rennen ruinierte und ihn weit zurückwarf. Trotz wiederkehrender Gerüchte stellte sich Vasseur stets schützend vor das Team und dementierte jegliche Unstimmigkeiten – ähnlich wie zuvor Lewis Hamilton Forderungen nach personellen Umbesetzungen bei Ferrari vehement dementierte.

Geteilte Strategie auf dem Madring
Die strategischen Spekulationen flammten in Madrid erneut auf, nachdem sich Hamilton auf Startplatz vier und Leclerc direkt dahinter auf Rang fünf qualifiziert hatten. Beim Start wählten beide unterschiedliche Wege: Hamilton ging auf weichen Reifen ins Rennen, während Leclerc auf der harten Mischung losfuhr.
Zu den Theorien, man habe die Piloten damit bewusst auseinanderhalten wollen, verwies Vasseur auf mehrere Konkurrenten, die exakt genauso vorgingen.
„Schauen Sie sich um: [Lando] Norris und [Oscar] Piastri haben dasselbe getan. [George] Russell und [Kimi] Antonelli haben dasselbe getan. [Max] Verstappen und [Liam] Lawson haben dasselbe getan“, erklärte Vasseur am Sonntag gegenüber Medienvertretern. „Ich glaube kaum, dass McLaren Angst vor einem Crash zwischen Norris und Piastri hatte.“

Technische Probleme und Safety-Car-Hoffnung
Hamiltons Startvorteil auf den Soft-Reifen löste sich allerdings rasch in Luft auf. Ein frühes Problem mit der Bremsanlage verhinderte, dass der Brite den Grip der weicheren Mischung nutzen konnte, und zwang ihn nach nur wenigen Runden zur Aufgabe.
Leclerc setzte sein Rennen auf den harten Pneus fort und fuhr einen langen ersten Stint auf dem Madring in der Hoffnung auf eine Safety-Car-Phase, die jedoch ausblieb.
„Wir hätten vieles anders machen können, aber ich denke, was wir heute gemacht haben, war das Beste für uns“, resümierte Leclerc. „Müsste ich das Rennen noch einmal fahren, würde ich mich genau gleich entscheiden. Auf Soft zu starten, hätte mir von vornherein keine Chance auf etwas Besonderes gegeben.“
Leclerc betonte, dass ein identischer Ansatz wie bei den Vorderleuten angesichts der schwierigen Überholmöglichkeiten sinnlos gewesen wäre. „Ich wäre auf derselben Strategie gelandet wie die Autos vor mir. Da man hier kaum überholen kann, hätte das überhaupt nichts gebracht. Hard-Soft war daher die richtige Wahl, und am Ende auf das Safety Car zu spekulieren, war ebenso richtig. Leider kam es einfach nicht.“
