Ugo Ugochukwu krönt sich am Madring zum Formel-3-Champion

Ugo Ugochukwu krönte sich am Sonntag zum Formel-3-Champion 2026. Nach einem taktisch kontrollierten Madring-Wochenende setzte er sich im packenden Titelfight gegen Trident-Pilot Freddie Slater durch.
Der Fahrer von Campos Racing war keineswegs als klarer Favorit in das Saisonfinale gestartet. Slater hatte nach der vorherigen Runde einen komfortablen Vorsprung von 15 Punkten in der Meisterschaft gehalten, doch in Madrid kippte die Ausgangslage drastisch. Das ungewöhnliche Format mit drei Rennen an einem Wochenende – angesetzt als Ausgleich für den abgesagten Saisonauftakt in Bahrain – ließ am Sonntag keinerlei Spielraum für Fehler.
Die gesamte Meisterschaft war vom Kampf um Konstanz geprägt gewesen. In den ersten sieben Saisonrunden stand Slater sechsmal auf dem Podium eines Hauptrennens, Ugochukwu brachte es auf fünf Top-3-Ergebnisse. Kein anderer Pilot schaffte an einem Sonntag mehr als zwei Podestplätze. In Monza verließ Slater dann jedoch das Momentum: Nach Platz zwei im Sprint fiel er im Hauptrennen von der Pole-Position weit zurück, ehe ihn ein technischer Defekt zur Aufgabe zwang.
Das Qualifying auf dem Stadtkurs des Madring verschärfte den Druck zusätzlich. Slater kam in den beiden Sessions nicht über die Plätze 17 und acht hinaus, während Ugochukwu mit den Rängen vier und zwei glänzte. Die Tragweite dieser Ausgangslage zeigte sich bereits im Bericht zum zweiten Qualifying der Formel 3 in Madrid.

Ein Finale mit kühlem Kopf
Ugochukwu beendete das Sprintrennen als Achter und sicherte sich im ersten Hauptrennen Platz vier. Da Slater in beiden Läufen ohne Zähler blieb, spitzte sich der Titelkampf endgültig auf das finale Sonntagsrennen zu: Wer dort das bessere Resultat holte, würde die Meisterschaft gewinnen.
Ugochukwu behielt die Nerven und agierte mit chirurgischer Präzision. Er hielt sich über die gesamte Renndistanz auf Rang zwei – nahe genug an der Spitze, um das Geschehen im Griff zu behalten, ohne unnötige Risiken einzugehen, um Spitzenreiter Tuukka Taponen zu attackieren. Ebenso wichtig war es, dass er sich in keine heiklen Verteidigungsduelle verwickeln lassen musste.
Slater verlor beim Start zunächst eine Position an Yevan David, holte sich Rang acht jedoch in Runde fünf mit einem beherzten Manöver außen in Kurve 1 zurück. Für die Wende reichte das allerdings nicht mehr. Mit Platz zwei fixierte Ugochukwu den Gesamtsieg.
„Wir wussten, dass P2 für den Titel reicht, also ging es letztlich nur darum, das Auto heil ins Ziel zu bringen“, erklärte Ugochukwu. „Als ich die Ziellinie überquerte, fiel der ganze Ballast ab. Ich bin einfach unheimlich erleichtert.“
Mit diesem Triumph behielt Ugochukwu bereits zum zweiten Mal die Oberhand gegen Slater, nachdem er ihn im vergangenen Winter bereits im Duell um die Formula Regional European Championship geschlagen hatte.
Große Genugtuung für Campos-Piloten
Für Ugochukwu ist der Titelgewinn eine eindrucksvolle Auferstehung: Seine F3-Debütsaison hatte er lediglich auf dem 16. Gesamtrang beendet und Ende letzten Jahres das Nachwuchsprogramm von McLaren verlassen. Ein großes Lob richtete er an Campos Racing für die akribische Arbeit über die gesamte Saison – zumal das spanische Team bereits am Samstag den Gewinn der Team-Meisterschaft perfekt gemacht hatte.
„Wir sind absolut fehlerfrei und extrem abgeklärt geblieben, das gesamte Wochenende über. Wir haben geliefert, als es darauf ankam, und die nötigen Punkte mitgenommen“, resümierte er. „Der perfekte Abschluss für diese Saison.“
