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McLaren-CEO Zak Brown hat sich zu den Spekulationen geäußert, die Oscar Piastri mit Red Bull in Verbindung bringen. Er betonte, dass es in der Verantwortung von McLaren liege, ein so überzeugendes Umfeld zu schaffen, dass die Fahrer gar nicht erst den Wunsch verspüren, das Team zu verlassen.
Die Gerüchte entspringen der wachsenden Ungewissheit über die langfristige Zukunft von Max Verstappen bei Red Bull. Der Vertrag des Niederländers läuft bis Ende der Saison 2028 – dann wird er 31 Jahre alt sein. Er hat jedoch bereits deutlich gemacht, dass er nicht die Absicht hat, bis ins hohe Alter Rennen zu fahren, anders als seine Weltmeister-Kollegen Fernando Alonso und Lewis Hamilton.
Es ist zudem bekannt, dass Verstappens Vertrag eine Ausstiegsklausel enthält, die es ihm ermöglicht, Red Bull vorzeitig zu verlassen, wenn bestimmte Meisterschaftsbedingungen nicht erfüllt werden. Für die Saison 2025 lag diese Schwelle bei einem Platz unter den ersten drei in der Fahrerwertung zur Sommerpause. Die Bedingungen verschärfen sich für 2026: Sollte der vierfache Champion zu diesem Zeitpunkt nicht unter den ersten zwei liegen, stünde es ihm frei, das Team vor der Saison 2027 zu verlassen.
Vor dem Hintergrund dieses vertraglichen Mechanismus haben die Spekulationen über mögliche Nachfolger bei Red Bull zugenommen. David Coulthard hat beispielsweise argumentiert, dass Verstappen für den Rest seiner Karriere bei Red Bull bleiben wird, da kein anderes Team das einzigartige Umfeld bieten könne, das ihm der Rennstall aus Milton Keynes ermöglicht. Doch die Frage, wer eines Tages seinen Sitz einnehmen könnte, bleibt im Fahrerlager ein heißes Thema.
Piastris Name ist als eine Möglichkeit aufgetaucht. Sein Manager, Mark Webber, ist ein ehemaliger Red-Bull-Pilot, und der Australier hat sich als eines der aufregendsten Talente im aktuellen Starterfeld etabliert. Er steht bei McLaren unter einem langfristigen Vertrag, doch das hat die Gerüchteküche kaum beruhigt.
Für Brown besteht die Antwort auf solche Spekulationen nicht einfach darin, auf einen Vertrag zu verweisen – es geht darum, McLaren zu dem Team zu machen, das kein Fahrer, Mitarbeiter oder Sponsor freiwillig verlassen möchte.
„Ich kann mir vorstellen, dass es kein Team im Starterfeld gibt, das Oscar und Lando nicht gerne als Fahrer hätte“, sagte Brown gegenüber The Athletic. „Meine allgemeine Ansicht ist, ungeachtet der Verträge, dass es unsere Aufgabe ist, ein Umfeld zu schaffen, in dem unsere Fahrer nirgendwo anders fahren wollen – oder, was das betrifft, unsere Mitarbeiter oder Sponsoren nicht bei einem anderen Team sein wollen.“
Browns Philosophie spiegelt einen breiteren organisatorischen Anspruch bei McLaren wider – einen, der weit über das Fahrermanagement hinausgeht. Anstatt sich auf vertragliche Verpflichtungen zu verlassen, um Talente zu binden, konzentriert sich das Team aus Woking darauf, eine Kultur der Zugehörigkeit zu pflegen, die McLaren auf allen Ebenen zum Ziel der Wahl macht.
„Mein Job, unser Job, ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem man nicht sagen muss: ‚Nun, du hast ja einen Vertrag.‘ Ja, den haben wir ohnehin, nur um das festzuhalten“, fuhr Brown fort. „Aber man möchte niemanden halten, nur weil man ein Stück Papier hat; man möchte, dass sie sagen: ‚Das ist das Team, für das ich fahren will, das Team, dem ich angehören will, das Team, für das ich als Mechaniker arbeiten will, das Team, das ich sponsern will.‘“
Es ist eine Denkweise, die direkt für den aktuellen Status von McLaren im Sport spricht. Mit einem umfassenden Upgrade-Paket für sieben Bereiche des MCL40 für den Großen Preis von Kanada ruht sich das Team auch bei seinen jüngsten sportlichen Fortschritten nicht aus – weder auf noch abseits der Strecke.
„Das ist es, was ich tun möchte: versuchen, dieses Umfeld zu schaffen“, fügte Brown hinzu. „Ich denke, es gibt eine Menge Talent bei McLaren, das andere Rennställe gerne hätten.“
Für den Moment bleiben sowohl Piastri als auch der amtierende Champion Lando Norris fest in Woking. Doch in einem Sport, in dem die Zukunft selten in Stein gemeißelt ist, ist Browns Botschaft unmissverständlich: McLarens größte Waffe bei der Bindung seiner Talente ist kein juristisches Dokument – es ist das Team selbst.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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