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Während Alpines Franco Colapinto und Audi-Formel-1-Pilot Gabriel Bortoleto einen zweiten Pirelli-Testtag absolvierten, um die Reifenpalette für 2027 zu finalisieren, verfolgte Aston Martin seinen zweiten Drehtag der Saison am Hungaroring ein anderes Ziel.
Der Zeitpunkt war entscheidend. Aston Martin hatte beim Großen Preis von Ungarn am vorangegangenen Wochenende seinen AMR26 in der B-Spezifikation eingeführt. Damit brachte das Technikteam um Adrian Newey umfangreiche Weiterentwicklungen an Chassis und Aerodynamik für das Auto des Jahrgangs 2026. Das Paket rückte den Rennstall sofort näher ans Mittelfeld heran: Fernando Alonso schaffte es im Qualifying erstmals in dieser Saison in Q2. Alonso und Lance Stroll belegten im Rennen anschließend die Plätze 14 und 13.
Der jüngste Test war deshalb mehr als eine routinemäßige Filmfahrt. Er markierte zugleich den ersten Shakedown der lang erwarteten verbesserten Honda-Antriebseinheit RA626H auf der Strecke. Sie profitiert von einem Entwicklungs-Token, der im Rahmen des Systems für zusätzliche Entwicklungs- und Upgrade-Möglichkeiten zur Aufholjagd gewährt wurde. Der Einsatz ist Teil von Hondas geplantem Validierungsprogramm vor dem erwarteten Renndebüt der Einheit in Zandvoort.
Wie bereits beim ersten Streckentest von Hondas Aston-Martin-Antriebseinheit berichtet, stellt der Test einen wichtigen Schritt für die Partnerschaft dar, während sie den überarbeiteten Motor auf den Renneinsatz vorbereitet.

Aston Martin übertrug den Test seinem dritten Fahrer, dem US-Amerikaner Jak Crawford. Diese Entscheidung unterstrich die technische Priorität des Tages: Wäre es vor allem um die Produktion von Videomaterial gegangen, hätte das Team wahrscheinlich einen seiner beiden Stammfahrer eingesetzt.
Hondas japanische Ingenieure arbeiteten gemeinsam mit Aston Martin daran, die überarbeitete Einheit mit dem AMR26 zu vergleichen, der in Ungarn im Rennen eingesetzt worden war. Obwohl Filmtage nur den Einsatz von Demo-Reifen erlauben, konnte das Team die während des Grand Prix gesammelten Daten als Referenz für seine Analyse heranziehen.

Erste Anzeichen deuten auf einen erfolgreichen Test hin. Besonders wichtig: Die problematischen Vibrationen, die Aston Martin zu Saisonbeginn beeinträchtigt hatten, scheinen beseitigt worden zu sein.
Honda soll den Großen Preis der Niederlande am 23. August als Termin für die Einführung der verbesserten Antriebseinheit anvisieren. Möglich ist ein Leistungszuwachs von bis zu 30 PS. Das würde zwar nicht ausreichen, um Mercedes oder Red Bull-Ford herauszufordern, könnte für Aston Martins radikal verändertes Auto aber dennoch ein wichtiger Fortschritt sein.
Die Kombination aus dem AMR26 in B-Spezifikation und einer effizienteren Honda-Antriebseinheit könnte Alonso und Stroll nach der Sommerpause den letzten Leistungsschub geben, um auf ausgewählten Strecken um Punkte zu kämpfen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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