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Taylor Barnard legte beim Hankook London E-Prix 2026 in Runde 17 einen dramatischen Schlussspurt hin und sicherte sich den Sieg. Pascal Wehrlein wurde nach einem Rennen, in dem die Führung mehrfach wechselte, zugleich Formel-E-Fahrerweltmeister. Für DS Automobiles war es außerdem der letzte Auftritt in der Formel E.
Barnard aktivierte seinen letzten ATTACK MODE genau im richtigen Moment. Zunächst drängte er sich an Edoardo Mortara vorbei auf Platz zwei, ehe ihm zwei Runden vor dem Ende in der letzten Kurve ein entscheidendes Überholmanöver gegen Pole-Sitter Nyck de Vries gelang. Mit 22 Jahren und 76 Tagen wurde Barnard damit zum jüngsten Rennsieger der Formel-E-Geschichte und löste Maximilian Günther ab.
Die Mahindra-Doppelspitze hatte de Vries und Mortara zunächst die Kontrolle verschafft. Mortara zog in Runde 12 an seinem Teamkollegen vorbei, doch Mahindras Vorteil wurde in der Schlussphase durch Barnards perfektes Timing und seine entschlossene Ausführung zunichtegemacht.
Wehrleins Meisterschaft schien in der entscheidenden Rennphase zu wackeln. Nachdem ihm mitgeteilt worden war, dass er Sebastien Buemi am Ende von Runde 27 passieren lassen sollte, geriet der Porsche-Pilot zwischen Antonio Felix da Costa und fiel auf Rang zwölf zurück – außerhalb der Punkteränge. Jake Dennis rückte auf Platz acht vor und übernahm kurzzeitig die Führung in der Meisterschaft, während Mitch Evans auf Rang vier kletterte.
Die Gesamtwertung änderte sich innerhalb einer halben Runde erneut. Dennis überholte Joel Eriksson für Platz sieben, bevor sich Wehrlein mit ATTACK MODE auf Rang zehn zurückarbeitete. Anschließend beschleunigte Wehrlein da Costa aus, als der Jaguar-Pilot um diese Position kämpfte, und stellte damit seinen Vorsprung im Titelrennen wieder her.
Der entscheidende Zwischenfall ereignete sich in Runde 31. Eriksson drehte sich in Kurve 16 und riss Dennis sowie Wehrlein in das anschließende Durcheinander hinein. Dennis schied mit Schäden an seinem Andretti aus und verlor damit seine Titelchance. Auch Wehrlein musste das Rennen aufgeben und fiel aus den Punkterängen.
Evans benötigte weiterhin den Sieg, um sich die Krone zu sichern. Obwohl er sich von Platz sieben bis auf Rang vier vorgekämpft hatte, konnte der Jaguar-Pilot die Spitze nicht mehr erreichen, nachdem die Mahindra-Fahrer und Barnard eine Lücke herausgefahren hatten. Sein Ergebnis reichte jedoch aus, um Jaguar TCS Racing vor Porsche zum Gewinn der Team-Weltmeisterschaft zu führen. Porsche hatte sich die Hersteller-Weltmeisterschaft bereits in Tokio gesichert.
Wehrlein wurde damit erst zum zweiten zweifachen Formel-E-Champion in der zwölfjährigen Geschichte der Serie. Er schließt sich Jean-Eric Vergne an. Der Titel wurde ohne ein Ergebnis in den Punkterängen entschieden – nach einem der wechselhaftesten Meisterschaftsfinals, die die Formel E je erlebt hat. Wehrlein hatte vor dem Finale bereits die Kontrolle im Titelkampf übernommen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.