FIA-Präsident offen für 12. Formel-1-Team – zu FIA-Bedingungen

FIA-Präsident Mohammed Ben Sulayem hat die Tür für ein 12. Team in der Formel 1 geöffnet. Gleichzeitig stellte er jedoch unmissverständlich klar, dass jeder potenzielle Neueinsteiger das Reglement und die Bedingungen der Rennserie uneingeschränkt akzeptieren muss.
Ben Sulayem äußerte sich am Rande des New Economy Forum in Madrid und betonte, dass der Automobil-Weltverband ein erneutes Bewerbungsverfahren einleiten könnte, sollte sich ein ernsthafter Kandidat finden. Das Thema besitzt besondere Relevanz, da die Formel 1 ihr Profil für Hersteller weiter schärft und ihre Präsenz auf den globalen Schlüsselmärkten ausbaut. Weitere Einblicke zu den Aktivitäten der Formel 1 in der spanischen Hauptstadt bietet unser Guide zum Streckendebüt auf dem Madring.
Anfang 2023 hatte der FIA-Präsident erstmals eine Ausschreibung für ein elftes Team angestoßen – damals gegen den Widerstand mehrerer etablierter Rennställe. Cadillac setzte sich letztlich als einziger erfolgreicher Bewerber durch und stieß Anfang 2026 zum Starterfeld hinzu.

Seitdem wird der chinesische Automobilriese BYD immer wieder mit einem möglichen Formel-1-Einstieg in Verbindung gebracht. Anders als Audi, das Sauber übernahm, lehnt BYD den Zukauf eines bestehenden Rennstalls ab. Für ein eigenständiges Projekt müsste die FIA das Bewerbungsverfahren folglich neu aufrollen.
Ein echter Hersteller, nicht bloß ein weiteres Team
Ben Sulayem unterstrich, dass das Ziel keineswegs darin bestehe, das Starterfeld nur der Masse wegen aufzublähen. „Die FIA kann die Tür für ein zwölftes Team öffnen. Aber brauchen wir einfach irgendein Team, Herr Präsident? Nein, wir brauchen nicht irgendein Team, wir brauchen DAS richtige Team“, stellte er klar.
Dabei verwies er auf die drei Formel-1-Rennen in den USA, das Haas-Team und die Notwendigkeit eines echten Automobilherstellers (OEM). Sowohl das Formula One Management als auch die FIA seien sich einig, dass ein chinesischer Automobilkonzern diese Rolle ideal ausfüllen könnte.
Neben BYD nannte er auch Geely als Interessenten. Einer Anpassung künftiger Regularien an die spezifischen Wünsche der chinesischen Automobilindustrie erteilte Ben Sulayem jedoch eine klare Absage.

„Das Reglement muss beständig bleiben, wir brauchen Stabilität“, betonte er. Zwar erkenne er Chinas Führungsrolle bei der Elektromobilität an, doch sauberere Luft lasse sich über verschiedenste Technologien anstreben – darunter Wasserstoff, Hybridsysteme, reine E-Mobilität und nachhaltige Kraftstoffe.
Einstiegsbedingungen bleiben nicht verhandelbar
Ben Sulayem erklärte, er habe BYD zunächst empfohlen, ein bestehendes Team zu übernehmen. Der Hersteller ziehe jedoch einen kompletten Neuaufbau vor. Seine Ansage fiel entsprechend deutlich aus: „Kommt mit einem seriösen Angebot wieder, bei dem wir sehen, dass es wirklich funktioniert.“
Er verwies zudem auf den Großen Preis von China, das enorme technologische Potenzial des Landes und dessen früheren Piloten Zhou Guanyu. Doch auch diese Argumente wiegen das Reglement der FIA nicht auf. Jedes neue Projekt müsse „zu unseren Bedingungen und nach unseren Regeln“ beitreten – laut Ben Sulayem die Grundvoraussetzung für Chancengleichheit.
Angesichts der Pläne, ab 2031 auf V8-Motoren umzustellen, könnte diese Ära ein logisches Zeitfenster für den Einstieg eines neuen Herstellers eröffnen – vorausgesetzt, dieser legt ein tragfähiges Angebot innerhalb des festgelegten Rahmens vor.
