Madrid-Dämpfer: Grid-Strafe wirft Carlos Sainz auf Platz 20 zurück

Das Premieren-Wochenende von Carlos Sainz bei seinem Formel-1-Heimspiel in Madrid hat eine weitere bittere Wendung genommen. Der spanische Williams-Pilot, der als offizieller Botschafter für den neu erbauten Madring fungiert, muss das Sonntagsrennen vom Ende des Feldes in Angriff nehmen. Grund dafür ist eine Startplatzstrafe von drei Positionen, nachdem er im Qualifying Valtteri Bottas im Cadillac behindert hatte.
Die Entscheidung folgt auf das überraschend frühe Aus von Sainz bereits in Q1. Im Klassement stand er zunächst auf Platz 17, durch die Rückversetzung rutscht er nun auf Startplatz 20 ab. Ein denkbar frustrierendes Ergebnis für den Williams-Fahrer, zumal sein Teamkollege trotz der ohnehin gedämpften Erwartungen des Teams den Sprung in Q2 schaffte.
Den sportlichen Gesamtüberblick über das Geschehen an der neuen Rennstrecke liefert unser Samstags-Rückblick zum Großen Preis von Spanien. Für Sainz war der Samstag jedoch weniger von der erhofften Euphorie um seine Madrid-Rückkehr geprägt, sondern von mangelnder Pace und einem vermeidbaren Zwischenfall.
Rennkommissare bestrafen Sainz
Die strittige Szene ereignete sich in den Schlussminuten des ersten Qualifying-Abschnitts, als Sainz auf der Strecke vor Bottas fuhr. Vom Williams-Kommandostand erhielt der Spanier kaum eine Warnung über das herannahende Fahrzeug. Laut den Stewards habe Sainz zudem „keinerlei Anstalten gemacht, der schnelleren Konkurrenz Platz zu machen“.
Sowohl Vertreter von Williams als auch von Cadillac wurden zur Anhörung vorgeladen. Nach Prüfung von Videobildern, Zeitnahme-Daten, Funkverkehr und Onboard-Aufnahmen kamen die Kommissare zu dem Schluss, dass Sainz Bottas „unnötig behindert“ habe.
Sainz selbst hatte das Zeittraining bereits vor Verkündung der Strafe als „keine sonderlich saubere Session“ eingeordnet. Er betonte, dass der Vorfall „ohne jegliche Vorwarnung vom Kommandostand“ geschehen sei und ihn letztlich die Chance gekostet habe, die zweite Runde zu erreichen.
Schwerer Weg nach vorn
Der Spanier ortete zudem ein grundlegendes Leistungsdefizit an seinem Williams: Dem Boliden habe es „vor allem auf den Geraden an Speed gefehlt“. Auf einem neu konzipierten Stadtkurs wie dem Madring schlägt dieser Topspeed-Nachteil direkt auf die Rundenzeit durch und macht die anstehende Aufholjagd vom 20. Platz zu einer Herkulesaufgabe.
Die Aussichten auf WM-Punkte sind dadurch extrem geschrumpft. Sainz räumte ein, dass ein zählbares Ergebnis vor allem davon abhängen werde, „dass andere Fehler machen“. Zwar könnte der Mangel an historischen Daten auf dem Neukurs für unvorhersehbare Rennverläufe sorgen, doch die Marschroute von Sainz steht fest: „Wir werden alles geben, um nach vorn zu fahren“, um den heimischen Fans am Sonntag doch noch einen versöhnlichen Abschluss zu bieten.
