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Colton Herta sagt, dass ihm bislang nichts über einen möglichen Wechsel zu Cadillac in die Formel 1 zur Saison 2027 mitgeteilt wurde – obwohl das US-Team seine Entwicklung schon seit längerer Zeit verfolgt.
Herta wird mit Cadillac in Verbindung gebracht, seit er IndyCar verlassen hat, um seine Formel-1-Ambitionen zu verfolgen. Dem Vernehmen nach möchte das Team einen US-Fahrer für sein amerikanisches Projekt gewinnen, wodurch Herta zu einem naheliegenden Kandidaten für das Cockpit wird. Valtteri Bottas galt bislang als der Fahrer, der am ehesten Platz machen müsste, nachdem der Finne in dieser Saison nur schwer Ergebnisse einfahren konnte.
Hertas jüngste Aussagen deuten jedoch darauf hin, dass eine Beförderung für 2027 noch längst nicht beschlossene Sache ist. Im Gespräch mit Motorsport Germany bekräftigte der Cadillac-Ersatzfahrer, dass die Formel 1 weiterhin seine oberste Priorität hat. Zugleich sagte er, es gebe keinerlei Anzeichen dafür, dass ein Stammcockpit unmittelbar bevorstehe.
„Was mich und meine Ziele betrifft: Ich möchte in die Formel 1 kommen, und zwar so schnell wie möglich … Bisher hat mir niemand etwas gesagt, und ich weiß schlicht nicht, wie realistisch das ist.“
Die Ungewissheit verleiht Cadillacs sich entwickelndem Fahrermarkt eine weitere Facette. Das Interesse des Teams an jungen Talenten wurde auch im Zusammenhang mit anderen Nachwuchsfahrern diskutiert, während die Ferrari-Verbindung als möglicher Faktor für Rafael Camaras Zukunft gilt. Mehr über Cadillacs Suche nach Leistung lesen Sie in unserem Bericht über die Bemühungen, mithilfe von Ferraris Antriebs-Know-how Fortschritte zu erzielen: Budkowski will Ferraris Antriebsgeheimnisse für Cadillac nutzen.
Herta verbindet seine F2-Saison mit Hitech GP mit seiner Rolle als Ersatzfahrer von Cadillac. Vor dem Großen Preis von Ungarn fuhr er kürzlich das Formel-1-Auto des Teams, doch die begrenzte Fahrzeit erwies sich als schwierig.
Der US-Amerikaner beschrieb die Erfahrung als eine Fahrt „mit etwas Blindflug“, während er erst herausfinden musste, was das Auto von ihm verlangte. Nach nur einer Stunde am Steuer sei die Session beinahe sofort vorbei gewesen. Erst nachdem er ausgestiegen war, wurde ihm bewusst, welche Änderungen er hätte vornehmen können.
„Wenn man eine zweite Chance am Steuer bekommt, macht man es besser. In meinem Fall hätte das zweifellos eine deutliche Verbesserung bedeutet.“
Herta soll im weiteren Saisonverlauf zwei zusätzliche Einsätze im freien Training erhalten. Diese Sessions werden ihm weitere Zeit zur Eingewöhnung geben. Zugleich könnten sie entscheidend dafür sein, ob Cadillac seinen Ersatzfahrer als realistische langfristige Option betrachtet.
Sollte Herta nicht ausgewählt werden und Camara zu Haas wechseln, könnte Cadillac Sergio Perez und Bottas eine weitere Saison behalten. Hertas Ziel Formel 1 ist derzeit klar – die Absichten des Teams sind es nicht.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.