Russell warnt: Sepangs Hitze könnte Überholen in Bahrain erschweren

Sepangs Hitze schürt Sorgen um die Reifen
George Russell erwartet, dass überhitzende Reifen zur entscheidenden Herausforderung werden, wenn die Formel 1 den verlegten Großen Preis von Bahrain auf dem Sepang International Circuit in Malaysia austrägt. Da die FIA für das Wochenende eine Hitzewarnung ausgesprochen hat, rechnet der Mercedes-Pilot damit, dass es den Autos schwerer fallen könnte, dicht aufzufahren und nach einem Überholmanöver erneut anzugreifen.
Russell unterschied Sepang von anderen Strecken, auf denen sich das Kräfteverhältnis zwischen den Autos im Rennverlauf verschieben kann. Auf Kursen wie Melbourne, Silverstone, Monza und in Kanada sei die durch den Asphalt verursachte Überhitzung der Reifen weniger ausgeprägt gewesen. Auch in Bahrain hätten die Fahrer bei kühleren Bedingungen dicht auffahren können. In Sepang hingegen könnten die Reifen selbst während einer Ausfahrtrunde im Qualifying ihren optimalen Temperaturbereich verlassen.
„Die Überhitzung durch den Asphalt wird eine große Rolle spielen“, sagte Russell. „Schon auf der Ausfahrtrunde im Qualifying werden die Reifen überhitzen. Dadurch könnte es schwieriger werden, dicht hinter einem anderen Auto zu bleiben und nach einem Überholmanöver erneut anzugreifen.“ Zugleich betonte er, dass sich die Auswirkungen erst nach den ersten Fahrten einschätzen ließen.
Die Hitzewarnung der FIA für Sepang verdeutlicht, vor welchen klimatischen Herausforderungen Teams und Fahrer an diesem Wochenende stehen.
Abrasiver Asphalt sorgt für weitere Ungewissheit
Seit 2017 hat Sepang kein Formel-1-Rennen mehr ausgerichtet. Die Strecke wurde im September neu asphaltiert. Der neue Belag dürfte jedoch abrasiv sein und zunächst wenig Grip bieten, bis sich im Laufe des Wochenendes Gummi auf der Fahrbahn ablagert. Die Kombination aus geringem Grip und hitzeempfindlichen Reifen wirft für die Teams wichtige Fragen auf, die es im Training zu klären gilt.
Auch McLarens Oscar Piastri rechnet mit starkem Reifenverschleiß. Die Strecke sehe „aus wie Schleifpapier“, sagte er. Zugleich merkte er an, dass unklar sei, wie viele Fahrten es zuletzt gegeben habe und ob Regen den aufgetragenen Gummi jeden Nachmittag wieder abwaschen könnte. Seiner Einschätzung nach dürfte das Wochenende in jeder Hinsicht anspruchsvoll werden.
Die Trainingssitzungen am Freitag sind deshalb für Mercedes besonders wichtig, um den Reifenverschleiß einzuschätzen. Zugleich müssen die Fahrer eine Strecke kennenlernen, auf der einige von ihnen – darunter Kimi Antonelli – noch nie gefahren sind. Große Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit sowie mögliche Regenschauer bringen zusätzliche Unwägbarkeiten mit sich.
Die langen Geraden in Sepang könnten Mercedes entgegenkommen. Russells Warnung macht jedoch deutlich, dass ein kontrollierter Umgang mit den Reifen entscheidend sein wird. Gelingt es dem Team nicht, die Reifen in ihrem optimalen Arbeitsbereich zu halten, könnten dieselben Bedingungen, die das Rennen prägen, auch das dichte Auffahren und weitere Angriffe erschweren. Wie all diese Faktoren zusammenspielen, bleibt vor dem Wochenende offen.
