Beganovic sichert sich F2-Pole in Madrid nach Qualifying-Chaos

Dino Beganovic behielt in einem chaotischen Formel-2-Qualifying in Madrid die Oberhand und sicherte sich die Pole-Position mit einem Vorsprung von 0,230 Sekunden vor Alex Dunne. Rafael Câmara komplettierte als Dritter das starke Mannschaftsergebnis für Invicta Racing, während zwei rote Flaggen und eine Reihe schwerer Unfälle das Feld auf lediglich 18 gewertete Piloten schrumpfen ließen.
Für Beganovic bedeutet dies die zweite Pole-Position der Saison. Sie unterstreicht einmal mehr, wie entscheidend eine saubere, konkurrenzfähige Runde in einer von ständigen Zwischenfällen geprägten Session ist. Das Qualifying knüpfte damit an ein ereignisreiches Freies Training an, das nach einem heftigen Einschlag von Tasanapol Inthraphuvasak unterbrochen werden musste. Ein ausführlicher Bericht zum Trainingsabbruch der F2 in Madrid liefert weitere Hintergründe zu diesem turbulenten Auftakt des Rennwochenendes.
Unfälle wirbeln das Klassement durcheinander
Inthraphuvasak konnte nach seinem Trainingsunfall nicht am Qualifying teilnehmen. Zunächst setzte Enzo Fittipaldi in 2:10,288 Minuten die erste Richtzeit, ehe Nicolás Varrone die Bestmarke deutlich auf 1:58,309 Minuten drückte.
Die erste größere Unterbrechung folgte prompt, als sich Kush Maini in Kurve 15 in die Streckenbegrenzung drehte. Da auch Sebastián Montoya mit beschädigtem Heck auf der Strecke stehen blieb, sah sich die Rennleitung gezwungen, erstmals die rote Flagge zu schwenken.
Nach dem Neustart schob sich der Meisterschaftsführende Nikola Tsolov kurzzeitig an die Spitze des Zeitenmonitors und distanzierte Dunne um lediglich 0,002 Sekunden. Die Führung währte jedoch nur kurz: Ein Abflug von Varrone in Kurve 20 rief die nächste rote Flagge auf den Plan.
Die PREMA-Crew versuchte fieberhaft, Montoyas Boliden wieder instand zu setzen. Doch die Schäden erwiesen sich als zu gravierend, um ihn rechtzeitig zurück auf die Strecke zu schicken – für ihn war das Zeittraining 13 Minuten vor Schluss beendet. Wenig später verdrängte Beganovic Dunne mit einem Vorsprung von zwei Zehntelsekunden von Rang eins und setzte damit die Richtmarke, die am Ende entscheidend sein sollte.
Späte Steigerung entscheidet den Kampf um Startreihe eins
Ein Einschlag von John Bennett am Ausgang von Kurve 11 sorgte für eine erneute Pause. Da die Uhr nur noch knapp fünf Minuten anzeigte, strömte fast das gesamte Fahrerfeld für einen finalen Showdown noch einmal auf den Kurs.
Beganovic behielt in den Schlussminuten die Nerven: Mit absoluten Bestzeiten in den Sektoren 1 und 2 zementierte er seine provisorische Pole. Dunne konterte zwar mit einem Bestwert im dritten Sektor, blieb im Zielstrich aber um 0,230 Sekunden geschlagen. Als bereits das schwarz-weiß karierte Tuch geschwenkt wurde, krachte Colton Herta noch in Turn 19 in die Mauer. An Beganovics Spitzenzeit rüttelte das jedoch nichts mehr.
Beganovic wird das Rennen damit vor Dunne und Câmara in Angriff nehmen, während Martinius Stenshorne und Tsolov die Top Fünf komplettieren. Die weiteren Positionen in den Top 10 sicherten sich Roman Bilinski, Laurens van Hoepen, Noel León, Ritomo Miyata und Emerson Fittipaldi Jr.
