Wird geladen

Formel-1-Chef Stefano Domenicali ist überzeugt, dass der nächste große Regulierungszyklus des Sports in einem kontinuierlichen Dialog gestaltet werden muss. Teams, Hersteller, Fahrer, Fans und die FIA sollen ausreichend Zeit erhalten, um eine tragfähige Einigung zu erzielen.
Die FIA trägt weiterhin die letztendliche Verantwortung für das technische Reglement. Ihr Präsident Mohammed Ben Sulayem deutete an, dass die Formel 1 im Regelzyklus nach den aktuellen Vorgaben möglicherweise zu V8-Motoren zurückkehren könnte – potenziell 2030 oder 2031. Der Rahmen für dieses künftige Paket muss jedoch bald vorliegen, damit die Hersteller die sich daraus ergebenden Möglichkeiten bewerten können.
Das aktuelle Reglement für 2026 wurde bereits 2022 erstmals vorgestellt. Domenicali erwartet, dass der Rahmen für den darauffolgenden Zyklus bis zum Ende dieses Kalenderjahres feststeht. Er betonte jedoch, dass der Prozess ebenso wichtig sei wie das letztendliche technische Ergebnis.
„Für mich ist das Wichtigste, dass ausreichend Zeit für eine Debatte vorhanden ist“, sagte Domenicali gegenüber Medienvertretern, darunter RacingNews365.
Er räumte ein, dass die FIA das letzte Wort bei den technischen Regeln hat. Zugleich erklärte er, die umfassendere Beratung entwickle sich inzwischen in die richtige Richtung. Seine Aussagen folgen auf eine veränderte Stimmung rund um das Reglement für 2026: Dieses sei zunächst auf erhebliche Bedenken gestoßen, bevor sich die Haltung dazu gewandelt habe.
Domenicali nannte einfachere Regeln, leichtere Fahrzeuge, nachhaltigen Kraftstoff und Elektrifizierung als zentrale Ziele für die Zukunft der Formel 1. Ebenso wichtig sei ihm, dass die Fahrer in bestimmten Modi weiterhin die Möglichkeit haben, so hart wie möglich zu pushen – ein Wunsch, den die Wettbewerber laut Domenicali wiederholt geäußert hätten.
„Bei allen anderen technischen Details vertraue ich darauf, dass die FIA die richtige Lösung erarbeitet“, sagte er. Ein entsprechendes Paket solle vor Jahresende zur Diskussion bereitstehen.
Dieser Zeitplan ist deshalb relevant, weil ein Warten bis zum Ende des Zyklus im Jahr 2031 der FIA die Freiheit lassen würde, ein grundlegend anderes Reglement vorzulegen. Die Teams müssten dann entscheiden, ob sie daran teilnehmen wollen. Domenicali bezeichnete dieses Szenario als Übertreibung, erklärte jedoch, es veranschauliche das Prinzip, die Gespräche frühzeitig zu beginnen.
Damit wird die Frage der Entscheidungsprozesse zunehmend genauso wichtig wie die viel diskutierte Motorenfrage. Sollte sich ein Konsens darüber bilden, den nächsten Regelzyklus vorzuziehen, müsse der Sport festlegen, wie Teams und Hersteller eingebunden werden, sagte Domenicali. Wie er kürzlich bei seiner Verteidigung des F1-Kurses erklärte, besteht die Herausforderung darin, den Wandel mit der sportlichen Identität der Formel 1 in Einklang zu bringen.
„Bis zum Jahresende werden wir in der Lage sein, das richtige Paket für die Zukunft vorliegen zu haben“, sagte Domenicali.
Mehr zur aktuellen Ausrichtung des Reglements lesen Sie in Domenicalis Verteidigung des F1-Kurses trotz scharfer Fahrerkritik.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.