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Ferrari sicherte sich beim Lone Star Le Mans den ersten Sieg in der Langstrecken-Weltmeisterschaft 2026, nachdem der bis dahin führende Toyota GR010 Hybrid mit der Startnummer 8 auf dem Circuit of the Americas kurz vor Schluss von einem technischen Problem gestoppt wurde.
Nyck de Vries, Kamui Kobayashi und Mike Conway schienen bereits auf dem besten Weg zu sein, nach einer starken Aufholjagd von Startplatz neun Toyotas ersten Austin-Triumph im neunten Anlauf einzufahren. Stattdessen erbte das Trio Miguel Molina, Antonio Fuoco und Nicklas Nielsen im Ferrari 499P mit der Startnummer 50 den Sieg. Das italienische Team hatte sich über die gesamten, strategisch äußerst komplexen sechs Rennstunden hinweg in der Spitzengruppe behauptet. Für Ferrari bedeutete dies den ersten Hypercar-Erfolg seit dem Triumph bei den 24 Stunden von Le Mans im Vorjahr.

Der Start erfolgte auf abtrocknender Piste hinter dem Safety-Car, wofür zwei zusätzliche Formationsrunden angesetzt wurden. Antonio Giovinazzi verteidigte im Ferrari #51 zunächst die Pole-Position, während Jack Aitken im Cadillac Rang zwei hielt. Molina machte in der Anfangsphase mächtig Boden gut: Er schob sich von Startplatz fünf auf drei vor, ehe ein früher Tankstopp den Ferrari #50 an die Spitze spülte.
Toyota wählte eine identische Taktik und brachte Sébastien Buemi damit aus den Tiefen der Top 10 bis auf Rang zwei nach vorne. Das Duell zwischen herkömmlichen und antizyklischen Boxenstrategien bestimmte das Geschehen maßgeblich, bis eine Safety-Car-Phase kurz vor Rennmitte das Feld wieder zusammenführte und die Fahrzeuge mit der konventionellen Rennstrategie begünstigte.
Beim Re-Start übernahm Earl Bamber im Cadillac #38 die Führung, doch de Vries ging rasch an Tom Gambles Aston Martin und Antonio Félix da Costa im Alpine vorbei. 2 Stunden und 15 Minuten vor Ablauf der Renndistanz schnappte er sich auch Bamber, setzte sich an die Spitze und baute seinen Vorsprung kontinuierlich aus.
Nach einem letzten Re-Start knapp 50 Minuten vor dem Ende schien der Sieg für Toyota zum Greifen nah. De Vries kontrollierte das Tempo souverän – bis sein Hypercar plötzlich mit technischen Problemen langsamer wurde. Molina, der kurz zuvor am Alpine #35 vorbeigezogen war, übernahm kampflos die Spitze und hielt dem späten Druck von Charles Milesi stand.
Da Milesi wegen einer unsicheren Boxenausfahrt nachträglich eine Fünf-Sekunden-Strafe kassierte, rückte der Cadillac #38 auf den zweiten Rang vor. Alpine jubelte dennoch über das erste WEC-Podium der Saison 2026. Aston Martin konnte seine starke Trainingsform von Austin bestätigen und sicherte sich mit der Startnummer 007 des Valkyrie den vierten Platz.
BMW erlebte hingegen ein bitteres Wochenende und kam mit dem besten Auto nicht über Rang neun hinaus. Der in der Weltmeisterschaft führende BMW #20 ging ebenso wie der Toyota #7 in Austin komplett leer aus.

In der LMGT3-Klasse feierte Heart of Racing den Sieg: Mattia Drudi, Ian James und Zacharie Robichon triumphierten im Aston Martin Vantage GT3 mit der Startnummer 27. Nach einem rundenlangen Duell gegen den Manthey-Porsche #91 setzte sich Schlussfahrer Drudi in den letzten zwei Stunden entscheidend ab und siegte mit über fünf Sekunden Vorsprung.
Der Porsche #91 rettete Platz zwei vor dem Aston Martin mit der Startnummer 61 ins Ziel. Ein hartes Rennen erlebte die in der Meisterschaft führende Corvette #33 von TF Sport, die durch Erfolgsballast eingebremst wurde und nach einer frühen Berührung samt Dreher chancenlos blieb.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.