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George Russell verlässt Italien mit einem zweiten Platz und einem Rückstand von 66 Punkten auf seinen Mercedes-Teamkollegen Kimi Antonelli – und das nach einem Rennen, das er zunächst scheinbar sicher im Griff hatte.
Von Startplatz zwei gestartet, zog Russell in Runde fünf an Polesetter Pierre Gasly vorbei und etablierte sich als Top-Favorit auf den Sieg. Antonelli stand vor einer ungleich schwereren Aufgabe: Er musste von Startplatz 19 ins Rennen gehen, nachdem er für das Überschreiten des Motorenkontingents bestraft worden war. Der junge Italiener startete jedoch eine furiose Aufholjagd und schloss schnell zur Führungsgruppe auf.
Damit setzte sich die Geschichte fort, die bereits bei Antonellis Triumph nach einer Aufholjagd von Platz 19 ihren Lauf genommen hatte. Russells Rennen wurde jedoch entscheidend von der Strategieteilung geprägt, die auf das Virtual Safety Car für das havarierte Auto von Lance Stroll folgte.
Antonelli kam für frische Reifen an die Box, während Russell auf der Strecke blieb. Anschließend kämpfte sich der Italiener erneut durch das Feld nach vorn und leitete damit den packenden Showdown mit seinem Stallgefährten ein. Russell parierte den ersten Angriff, doch nur drei Runden vor Schluss machten ihn seine älteren Pneus wehrlos. Antonelli zog mühelos am Mercedes mit der Startnummer 63 vorbei, während sich Russell mit Rang zwei begnügen musste.
Russell gratulierte seinem Teamkollegen nach dem Grand Prix und bezeichnete dessen Aufholjagd von Startplatz 19 zum Sieg als „unglaublich beeindruckend“. Er betonte, Antonellis schneller Vormarsch in der Anfangsphase habe bereits früh klargemacht, dass dieser um den Sieg mitkämpfen würde.
Der Brite verteidigte zudem den Entschluss des Teams, auf getrennte Strategien zu setzen – insbesondere da auch Max Verstappen in den Spitzenkampf involviert war. Im Nachhinein räumte er zwar ein, dass ein Boxenstopp womöglich zu einem anderen Ausgang geführt hätte, doch die Entscheidung habe schlichtweg die Ungewissheit des Moments widergespiegelt. Russell fügte an, er hätte ein direktes Duell auf Augenhöhe mit Antonelli bevorzugt, da sich der Zweikampf zu einem „wirklich großartigen Fight“ entwickelt habe.
Antonelli steht in dieser Saison nun bei sieben Siegen, Russell hingegen bei zweien. Bei noch zehn ausstehenden Saisonläufen im Kalender 2026 spricht die WM-Mathematik zunehmend gegen Russell – zusätzlichen Druck will er sich deshalb aber nicht machen.
„Daran denke ich im Moment überhaupt nicht. Wir stehen dort, wo wir stehen“, sagte Russell auf die Frage nach einem möglichen Comeback. Er erkannte neidlos an, dass Antonelli es „verdient hat, die Weltmeisterschaft anzuführen“ und sich „ein sehr komfortables Polster“ herausgefahren habe.
Russells Marschroute ist daher simpel: weitere Rennen gewinnen und die Gesamtwertung auf sich zukommen lassen. Als Nächstes reist die Formel 1 nach Spanien zum Debütrennen auf dem neuen MADRING in Madrid, das vom 11. bis 13. September stattfindet.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.