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Ferraris größeres Problem in Singapur: nicht Hamiltons Fehler

Ferrari verließ den Großen Preis von Singapur mit Platz zwei für Charles Leclerc und offenen Fragen zu Lewis Hamiltons verpasster Podestchance. Das Rennen machte jedoch auch ein Problem deutlich, dessen Behebung sich als schwieriger erweisen könnte: Ferraris Rückstand auf den Geraden.
Hamilton startete auf Medium-Reifen, die sich nicht als beste Wahl erwiesen. Nach dem Wechsel auf Softs blieb er draußen, als nach dem Zwischenfall von Lance Stroll ein virtuelles Safety-Car ausgerufen wurde. Ferrari rief ihn an die Box, doch Hamilton verpasste die Boxeneinfahrt und kam schließlich als Sechster ins Ziel. In unserem Bericht über Hamiltons Übernahme der Verantwortung für Ferraris Strategieentscheidung in Singapur geht es um diesen kostspieligen Moment.

Palmers Vergleich deutet auf einen Rückstand bei der Antriebseinheit hin
Ferrari hatte auf einer schnellen Runde stark ausgesehen und sich hinter Max Verstappen, der später den Sieg holte, die Startplätze zwei und drei gesichert. Doch Jolyon Palmer sagte, seine Analyse der Fahrzeugdaten zeige, dass Ferrari auf den Geraden in Singapur fast vier Zehntelsekunden auf Mercedes verliere.
Laut Palmer fehlte dem Team wegen der Antriebseinheit Leistung. In den Daten und bei Vergleichen der Onboard-Aufnahmen zeige sich dieser wiederkehrende Nachteil immer wieder. Der Rückstand auf Verstappens Red Bull sei nicht so ausgeprägt gewesen wie der auf Mercedes, doch auch dort verliere Ferrari weiterhin Zeit.
Das Ausmaß des Defizits fiel besonders auf, weil Singapur keine Strecke ist, die von langen Geraden geprägt wird. Palmer warnte, dass die Schwäche auf schnelleren Kursen stärker ins Gewicht fallen könnte. Als Beispiele nannte er Monza und Baku, wo Ferrari Mühe hatte, mit der Konkurrenz mitzuhalten.

Ferrari muss zeigen, dass die Updates Wirkung zeigen
Palmer sieht in Mexiko eine mögliche Chance für Ferrari. Dabei verwies er auf die Eigenschaften der Strecke und die bisherige Stärke des Teams dort. Ferrari wiederum rechnet für Austin mit einem Upgrade-Paket; Leclerc hatte Verbesserungen gefordert. Die Ursache der Sorgen des Teams spielt auch bei der Weiterentwicklung insgesamt eine zentrale Rolle, wie unser Blick auf Hamiltons Hoffnungen für den SF-26 zeigt.
Seit ihren jeweiligen Siegen in Barcelona und Silverstone standen Leclerc und Hamilton jeweils zweimal auf dem Podium. Hamiltons verpasste Chance in Singapur war ein herber Rückschlag. Ferraris Rückstand auf den Geraden wirft jedoch eine grundsätzliche Frage auf: Kann das kommende Paket nicht nur die Leistungslücke schließen, sondern auch das Auto in anderen Bereichen verbessern? Wenn das Team den Rückstand aufholen will, den Palmer in den Daten erkannt hat, wird eine bessere Strategie allein nicht reichen.
