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Toyota rechnet mit BMW-Vorteil vor dem WEC-Debüt in Barcelona

Toyota glaubt, dass BMW beim ersten Besuch der Langstrecken-Weltmeisterschaft in Barcelona zunächst einen Vorteil haben könnte. BMW und weitere Hersteller testeten vor dem Rennen auf der Strecke.
Der Circuit de Barcelona-Catalunya ist für das aktuelle Hypercar-Feld Neuland. Die Meisterschaft war dort vor der Saison 2019/20 lediglich zu einem Prolog zu Gast. Am 27. August absolvierten BMW, Cadillac und Genesis einen privaten Test auf der kompletten Grand-Prix-Strecke.
Nachdem die geplanten Läufe in Katar und Bahrain wegen des Kriegs in Westasien abgesagt wurden, endet der Kalender nun mit zwei sechsstündigen Rennen in Europa. Monza, das am 8. November als Saisonfinale zurückkehrt, ist den Teams besser vertraut. Barcelona ist hingegen der vorletzte Lauf und eine neue Herausforderung. Der Titelkampf zwischen Toyota und BMW ist eng, wie unser Bericht zum WEC-Titelduell zeigt.

Toyota konnte keinen Test in Barcelona organisieren
Toyota-Technikdirektor David Floury sagte, das Team habe keinen Test in Barcelona ansetzen können, weil die logistischen Kapazitäten bereits für Brasilien vor dem Rennen in Fuji gebunden gewesen seien. Toyota werde sich stattdessen am Simulator vorbereiten und im freien Training möglichst viele Erkenntnisse über die Strecke sammeln.
Floury erwartet, dass BMW dank der Testfahrten einen Leistungsvorteil haben könnte. Auch Toyota-Pilot Nyck de Vries räumte ein, dass es nicht ideal sei, die Strecke nicht gezielt getestet zu haben – vor allem, weil mehrere Konkurrenten sowohl in Barcelona als auch in Monza fahren konnten.
Die Vorbereitungslücke bei Toyota kommt nach einer Saison, in der die beiden Hersteller wichtige Erfolge untereinander aufgeteilt haben. BMW gewann das Saisonfinale in São Paulo, während Toyotas Sieg in Le Mans die Bedeutung des Duells unterstrich. Über beide Ergebnisse berichten unsere Artikel zu BMWs Sieg in São Paulo und Toyotas Le-Mans-Triumph.

BMW erwartet trotz Testfahrten einen engen Wettbewerb
BMW-Motorsportchef Andreas Roos sagte, der Test habe seinem Team eine hilfreiche Vergleichsgrundlage geliefert. Trotzdem erwartet er ein enges Feld. Auch andere Teams hätten auf der Strecke getestet, und die Hersteller verfügten mit Hypercar- oder GT3-Fahrzeugen über Erfahrung in Barcelona – selbst wenn die Klasse dort bislang nur wenige Kilometer absolviert habe.
Werksfahrer Sheldon van der Linde, der sowohl beim ersten Roll-out als auch beim späteren eintägigen Test dabei war, sagte, das Team habe die Stärken und Schwächen des Autos auf der Strecke mit viel Abtrieb untersucht. BMW ist überzeugt, dass diese Vorbereitung dem Team für das Rennwochenende konkrete Anhaltspunkte liefert. Toyota will den Rückstand jedoch aufholen, sobald das Training beginnt.
