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FIA schließt Red Bulls Seitenkasten-Schlupfloch ab der Saison 2027

Red Bull Racing muss für 2027 ein markantes Merkmal seiner Seitenkästen überdenken. Die FIA will eine Regelungslücke schließen, die es dem Team ermöglichte, die Karosserie rund um eine Bodenstütze aggressiver zu formen. Wie AutoRacer.it berichtet, betrifft die Änderung auch Audi, das im Laufe der Saison dieselbe Lösung übernahm.
Das Design kam beim Großen Preis von Österreich erstmals am RB22 zum Einsatz. Entscheidend ist ein kleines Detail im Reglement: Für die Oberflächen der Seitenkästen sind zwar große Radien vorgeschrieben, direkt an einer Bodenstütze ist jedoch eine deutlich engere Kurve zulässig.
Ein Stützkabel ermöglichte einen schärferen Unterschnitt
Die Regeln sollen scharfe Kanten an der Seitenkastenkarosserie verhindern. Wie der Technikexperte Craig Scarborough in einer Analyse auf Instagram rund um den Großen Preis von Großbritannien erklärte, nutzte Red Bull jedoch die Formulierung zur Bodenstütze, um diese Vorgabe einzuhalten und zugleich mehr Spielraum zu gewinnen.
Das Team führte ein tragendes Kabel entlang der unteren Kante des Seitenkastens. In der Nähe der Stütze durfte die Karosserie einen Radius von nur 20 Millimetern aufweisen. So konnte Red Bull einen schärferen Unterschnitt formen als Teams mit einer herkömmlichen Karosserie. Laut dem Bericht übernahm Audi das Design später in Baku.

Der Zeitpunkt der Premiere verknüpft die Lösung mit Red Bulls Wochenende in Österreich. Unser Bericht über Red Bulls Strategie und Verstappens Herausforderung beim Großen Preis von Österreich beleuchtet einen weiteren Aspekt dieses Rennens.
FIA will den Spielraum für die Bodenstütze auf 5 mm begrenzen
AutoRacer.it berichtet, dass die FIA das technische Reglement für 2027 anpasst und das zulässige Maß der Bodenstütze auf 5 Millimeter reduziert. Damit würde der Spielraum entfallen, den die Teams nutzten, um die Karosserie rund um die Stütze schärfer zu formen – die Bauweise wäre damit praktisch Geschichte.
Red Bull und Audi müssten dann die unteren Bereiche ihrer Seitenkästen für die Saison 2027 neu gestalten. Die Anpassung zeigt einmal mehr, wie eine Regelauslegung, die zunächst einem Team zugutekommt, schnell zur allgemeinen Designrichtung werden kann, sobald Konkurrenten sie übernehmen.
Auch in Monza stand der RB22 im Mittelpunkt: Ayumu Iwasa fuhr den Wagen im Training. Unser Bericht über Iwasas FP1-Einsatz für Red Bull fasst den Auftritt zusammen.
Vorerst setzt die Regeländerung dieser speziellen Lösung eine klare Grenze. Red Bull und Audi müssen einen anderen Weg finden, den unteren Bereich ihrer Seitenkästen zu gestalten, sobald das überarbeitete Reglement in Kraft tritt.
