Hamilton wiegelt ab: Kaum Madrid-Vorteil für Ferrari

Lewis Hamilton hat Spekulationen zurückgewiesen, Ferrari habe durch die Ausfahrt mit dem SF-26 auf dem neuen Madring-Stadtkurs vor dem diesjährigen Großen Preis von Spanien einen spürbaren Vorteil erlangt.
Ferrari absolvierte im Juli einen Filmtag auf dem Kurs in Madrid und nutzte dabei das zulässige Kontingent von 200 Kilometern auf Demonstrationsreifen von Pirelli. Hamilton ist jedoch überzeugt, dass die damaligen Streckenbedingungen den sportlichen Nutzen aus Performance-Sicht stark einschränkten.
„Ich glaube, der Vorteil geht gegen null. Es war staubig, extrem staubig, und es gab überhaupt keinen Grip“, erklärte Hamilton.
Der Ferrari-Pilot betonte zudem, dass es sich keineswegs um eine reguläre Testsession handelte. Dem Team war es weder gestattet, tiefgreifende Abstimmungsänderungen am Fahrzeug vorzunehmen, noch ein vollwertiges Performance-Programm abzuspulen. Zudem befanden sich Asphalt und Streckeninfrastruktur zu diesem Zeitpunkt noch im Aufbau.
„Wir können das Auto nicht verändern, weil es kein Test war, sondern Filmaufnahmen. In vielen Kurven sind wir nicht einmal mit Vollgas gefahren, hatten wenig Leistung und kaum Grip“, führte Hamilton weiter aus. „Das Einzige war, dass ich sehen konnte, wie die Strecke verläuft. Also ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass uns das irgendetwas bringt.“

Das Kennenlernen des Streckenverlaufs bleibt somit der einzige handfeste Nutzen, den Hamilton einräumt. Dies könne den Piloten zwar bei der ersten Orientierung helfen, sobald das offizielle Rennwochenende beginnt, stelle aber keineswegs eine repräsentative Vorbereitung auf einen Grand Prix dar.
Leclerc erwartet schwierige Qualifying-Herausforderung
Auch die Streckenerfahrung von Charles Leclerc fiel ähnlich gering aus. Der Monegasse drehte lediglich einige Runden im Windschatten eines Straßenfahrzeugs und steuerte den Formel-1-Boliden nur über zwei Runden – ausgerüstet mit Kameraaufbauten und auf einer noch immer stark eingestaubten Piste.
Dennoch gewann Leclerc einen klaren ersten Eindruck: Der Madring wird ein anspruchsvolles Pflaster sein, insbesondere auf einer schnellen Qualifying-Runde. Bereits ein vorangegangenes Event der Formel 3 hatte unterstrichen, welche fahrerischen Hürden auf die Piloten warten.
„Es wirkte wie eine extrem fordernde Strecke – und genau das ist die Art von Kurs, die mir als Fahrer Spaß macht“, betonte Leclerc.

Zudem rechnet er für den Rennsonntag mit schwierigen Überholbedingungen, was die Bedeutung der Startaufstellung noch einmal erhöht.
„Man muss realistisch sein: Am Sonntag dürften die Überholmöglichkeiten äußerst rar gesät sein. Aber im Qualifying wird es für alle Fahrer eine fantastische und anspruchsvolle Herausforderung, auf die ich mich sehr freue.“
Einen umfassenden Überblick über den neuen Stadtkurs in Madrid bietet unser ausführlicher Madring-Guide zum GP von Spanien 2026.
Ferraris Vorbereitung diente rein operativen Zwecken
Die Streckenbetreiber bezeichneten Ferraris Auftritt im Juli vor allem als willkommene Generalprobe, um Logistik und Abläufe für ein Formel-1-Event einem ersten Härtetest zu unterziehen. Die Scuderia rückte mit Personal und Ausrüstung an, die den Rahmenbedingungen eines Grand-Prix-Wochenendes entsprachen. So konnten die Verantwortlichen vor Ort wichtige Prozesse rund um das Areal erproben.
Diese Zielsetzung stützt Hamiltons Einschätzung: Ferraris Filmtag lieferte den Veranstaltern wertvolle logistische Erkenntnisse und den Fahrern eine erste Streckenansicht, bot den Ingenieuren jedoch kaum verwertbare Daten, um die Rundenzeiten des Autos gezielt zu optimieren.
