Madrid: Lance Stroll droht saftige Startplatzstrafe

Lance Stroll droht beim Großen Preis von Spanien eine empfindliche Startplatzstrafe. Aston Martin hat an seinem AMR26 vor dem Qualifying zahlreiche neue Antriebskomponenten verbaut.
Ein am Samstag veröffentlichter Bericht des Technischen Delegierten der FIA bestätigte, dass Strolls Bolide nun mit dem fünften Verbrennungsmotor (ICE), dem fünften Turbolader sowie der fünften MGU-K ausgestattet ist. Zudem führt das Dokument die sechste Batterie (Energy Store) und die siebte Steuerelektronik-Einheit (PU-ANC) auf.
Jede dieser Zahlen überschreitet das pro Fahrer erlaubte Saisonkontingent. Folglich wird Stroll beim ersten Formel-1-Rennen in Madrid in der Startaufstellung nach hinten versetzt. Das genaue Ausmaß hängt von der Reglementanwendung ab: Bei der erstmaligen Überschreitung des Kontingents einer Komponente beträgt die Strafe zehn Startplätze, jede weitere Überschreitung zieht eine Rückversetzung um fünf Plätze nach sich.
Damit steht der Kanadier bereits vor dem Qualifying vor einer großen Hypothek. Da an einem einzigen Rennwochenende gleich mehrere Kontingente überschritten wurden, dürfte sich seine Startposition für den Grand Prix drastisch verschlechtern.
Zuverlässigkeitssorgen am Madring
Die Strafversetzung folgt auf einen komplizierten Auftakttag für Aston Martin auf dem Stadtkurs. Stroll rollte gegen Ende des zweiten Freien Trainings mit Verdacht auf einen Batterieschaden aus – ein weiterer Rückschlag für das Team bei seiner Premiere in der spanischen Hauptstadt.
Auch Teamkollege Fernando Alonso erlebte keinen reibungslosen Freitag und klagte im ersten Freien Training über Kupplungsprobleme. Zwar konnte der zweimalige Weltmeister sein Testprogramm am Nachmittag fortsetzen, dennoch sah sich Aston Martin bereits am ersten Tag mit Defekten an beiden Autos konfrontiert.
Die Standfestigkeit der Boliden bleibt für den Rennstall an diesem Wochenende die größte Baustelle. Während Strolls Komponentenwechsel die Grid-Strafe unausweichlich machen, unterstreichen sein Batterieproblem und Alonsos Kupplungsdefekt die enormen operativen Hürden auf dem neuen Kurs.
Hintergründe zur Strecke gibt es in unserem Überblick zum Madring und Madrids Formel-1-Debüt. Für Aston Martin gilt der Fokus nun ganz dem Samstag: Zuverlässigkeit herstellen und das Qualifying-Ergebnis maximieren, bevor die Strafversetzung greift.
