Wird geladen

Charles Leclerc hat Gerüchte zurückgewiesen, wonach Lewis Hamilton und er nicht an einem Strang ziehen würden – trotz eines folgenschweren Starts für Ferrari beim Großen Preis von Italien in Monza.
Bereits in Zandvoort waren erste Stimmen über Spannungen zwischen den Ferrari-Piloten laut geworden. In Monza starteten beide aus der zweiten Reihe, doch ihr Rennen geriet bereits in den ersten beiden Kurven aus den Fugen, ehe Leclerc später durch einen Unfall komplett ausschied.
Auf den Vorwurf angesprochen, dass die beiden gegeneinander arbeiteten, erklärte Leclerc, er wisse nicht, wer dieses Narrativ überhaupt schüre. Er räumte jedoch ein, dass beide Ferrari-Boliden bei ihrem teaminternen Duell in der Startrunde über das Ziel hinausgeschossen seien.
„Ja, ich weiß wirklich nicht, wer dieses Narrativ befeuert, dass wir gegeneinander kämpfen würden“, erklärte Leclerc gegenüber Medienvertretern. „Ehrlich gesagt wurde in Zandvoort schon viel zu viel geredet. Hier stimmt es allerdings, dass wir zu weit gegangen sind.“
Hamilton setzte den ersten Akzent und wählte vor Kurve 1 eine aggressive Linie auf der Innenseite von Leclerc. Leclerc sah sich gezwungen, für Kurve 2 eine alternative Linie einzuschlagen, wodurch Hamilton am Kurvenausgang der Raum ausging und er durch das Kiesbett ausweichen musste.
Durch den Zwischenfall fiel Hamilton von Platz vier auf Rang zehn zurück und machte seinem Unmut unmittelbar über den Boxenfunk Luft. Für die Scuderia kam es jedoch noch dicker: Am Ende der zweiten Runde verlor Leclerc am Ausgang der Parabolica die Kontrolle über seinen SF-26.
Der Einschlag besiegelte Leclercs Ausfall und zog erhebliche Schäden nach sich, sodass Reparaturen an den Streckenbegrenzungen erforderlich wurden und das havarierte Wrack geborgen werden musste. Damit verwandelte sich die glänzende Ausgangsposition beider Fahrer für Ferrari binnen kürzester Zeit in einen doppelten Rückschlag.
Leclerc gab unumwunden zu, dass dieses Manöver beim Heimrennen von Ferrari fehl am Platz war, wollte den Vorfall jedoch keinesfalls als Beleg für einen Bruch zwischen den Teamkollegen gewertet wissen.
„Ich glaube, Lewis in Kurve 1 und dann Kurve 2 ... Ich habe versucht, die engste Linie überhaupt zu fahren, aber es hat einfach nicht gereicht. Und so etwas hier zu erleben, ist natürlich bitter“, resümierte er.
Die Aussagen folgen auf die Forderung, bei der Hamilton einen Ferrari-Umbruch der internen Regeln nach dem Monza-Crash forderte, was die Nachbesprechungen zusätzlich anheizte. Aus Sicht von Leclerc stand die Botschaft dennoch fest: Der Zwischenfall war ein fahrerisches Missgeschick in der Hitze des Gefechts und kein Beweis dafür, dass sich die Ferrari-Piloten teamintern als erbitterte Rivalen bekriegen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.