Wird geladen

McLaren hat grünes Licht für seinen experimentellen rotierenden Heckflügel gegeben. Vorausgegangen war eine vielversprechende erste Erprobung auf der Strecke am Hungaroring. Teamchef Andrea Stella bestätigte, dass das Konzept bei künftigen Formel-1-Veranstaltungen zurückkehren wird. Wann es erstmals in einem Rennen eingesetzt wird, hat das Team allerdings noch nicht bekannt gegeben.
Das Design war während des Trainings am Freitag in Ungarn am McLaren zu sehen. Für das Papaya-Team ist es neu, doch Ferrari und Red Bull hatten das Konzept bereits zuvor untersucht. Ferrari führte den vollständig um 180 Grad rotierenden Flügel früher in der Saison ein. Dadurch erhielt er den Spitznamen „Macarena“-Flügel, bevor Red Bull eine eigene Variante entwickelte.
Wird der Modus für die Geraden aktiviert, öffnet sich der Flügel vollständig und dreht sich. Diese Bewegung verringert den Abtrieb und erzeugt einen leichten Auftrieb. Ferrari sah darin das Potenzial, die aerodynamische Effizienz zu steigern und die Belastung der Antriebseinheit zu reduzieren.
McLarens Entscheidung folgte auf eine Streckenbewertung, die Stella als kompliziertes Projekt bezeichnete. „Es war ein kompliziertes Projekt, was keine Überraschung war“, erklärte er gegenüber PlanetF1.com. Die in Budapest gesammelten Informationen lieferten dem Team jedoch genügend Anhaltspunkte, um das Konzept freizugeben.
„Die Freigabe dieses Konzepts ist ein positives Zeichen. Wir freuen uns nun darauf, es bei einigen künftigen Veranstaltungen einzuführen“, bestätigte Stella. Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der McLaren auf seinem starken Ungarn-Wochenende aufbaut. Mehr dazu lesen Sie in Stellas Einschätzung zum fairen McLaren-Duell in Ungarn.

Die McLaren-Variante entspricht nicht Ferraris Konstruktion. Der Ferrari-Flügel klappt nach hinten, während sich der McLaren-Flügel – ebenso wie die Red-Bull-Version – nach vorn rollt. Dieser Unterschied hat die Frage aufgeworfen, ob Eigenschaften des Windkanals die Drehrichtung beeinflusst haben könnten.
Stella wies diese Erklärung zurück. Seiner Ansicht nach war der Windkanal nicht der entscheidende Faktor für das aerodynamische Verhalten des Flügels bei der Rückkehr in seine Ausgangsposition. Er betonte, dass dafür auch andere Werkzeuge eingesetzt werden können, während die Beobachtung auf der Strecke bei einem derart sensiblen Projekt unverzichtbar bleibt.
„Für uns war es wichtig, Daten direkt an der Strecke zu sammeln, denn bei einem so heiklen Projekt hätte man sich niemals ausschließlich auf einen Windkanal verlassen“, sagte Stella. Zudem muss die Bewegung des Flügels sorgfältig gesteuert werden, da das Reglement der FIA die Betätigungszeiten vorgibt.
McLaren dürfte Monza oder Baku für den ersten Renneinsatz des Flügels in Betracht ziehen. Die langen Geraden beider Strecken bieten geeignete Bedingungen für eine Bewertung. Letztlich wird das Rennwochenende zeigen, ob das vielversprechende Konzept den Leistungsschritt ermöglicht, den sich das Team erhofft.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
Kommentare (0)
Noch keine Kommentare
Seien Sie der Erste, der Ihre Gedanken teilt!
Beiträge werden geladen...