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McLaren wird seine internen Einsatzregeln überprüfen, nachdem sich Lando Norris und Oscar Piastri in den Schlussrunden des Großen Preises von Italien in Monza ein enges Duell um den vierten Platz geliefert haben. Teamchef Andrea Stella betonte zwar, dass das Team weiterhin daran festhalten will, seine Fahrer gegeneinander fahren zu lassen, räumte jedoch ein, dass das teaminterne Gefecht McLaren wertvolle Zeit im Kampf gegen Max Verstappen gekostet haben könnte.
Piastri war von Rang sechs und Norris von Platz acht in den 53-Runden-Krimi gestartet. In der Schlussphase spitze sich der Zweikampf zu: In Runde 48 zog Norris an seinem Teamkollegen vorbei und übernahm Rang vier. Doch Piastri schlug nur eine Runde später zurück, sodass Norris wenige Runden vor dem Ende erneut attackieren musste.
Als Norris auf der linken Seite in eine enger werdende Lücke stach, ging ihm der Platz aus und er geriet mit zwei Rädern auf das Gras. Am Funk monierte der Brite anschließend, Piastri habe ihn „abgedrängt“. Der Vorfall warf umgehend die Frage auf, ob McLaren nicht früher hätte einschreiten müssen – zumal beide Piloten um Positionen kämpften, während Verstappen vor ihnen in Reichweite lag.
Die Szene folgt auf Piastris Rennanalyse des Monza-Duells, was die ohnehin genau beobachtete Dynamik innerhalb des McLaren-Teams weiter anheizt.

Stella verteidigte zunächst die Entscheidung, nicht eingegriffen zu haben. Da beide Fahrer auf der gleichen Reifenmischung, mit identischem Reifenalter und im selben Material unterwegs waren, entschied man sich für die McLaren-typische Philosophie des freien Rennfahrens. Wie Stella bereits am Rennsonntag ausführte, wollte man dem sportlichen Verlauf nicht künstlich im Weg stehen, wie auch in der Analyse zur McLaren-Freigabe für Piastri und Norris deutlich wurde.
„Beide Autos waren auf denselben Reifen unterwegs, mit identischem Reifenalter und demselben Auto. Daher sahen wir keinen Anlass, den normalen Rennverlauf zu stören“, erklärte Stella. „Wir ließen sie frei kämpfen. Wir hielten das für die richtige Entscheidung.“
Zudem stellte er fest, dass der Zwischenfall bei genauerer Betrachtung harmloser gewesen sei, als er in der Hitze des Moments wirkte: „Als wir die Szene analysiert haben, haben wir gesehen, dass die Situation deutlich unkritischer war, als es im ersten Moment den Anschein hatte.“
Gleichwohl will McLaren prüfen, ob eine andere Vorgehensweise ein besseres Teamergebnis ermöglicht hätte. Stella gab zu bedenken, dass ein teaminterner Zweikampf beide Autos Zeit koste und man Verstappen möglicherweise mehr unter Druck hätte setzen können.
Realistisch betrachtet gestand Stella jedoch ein, dass McLaren kaum eine echte Chance hatte, Verstappen dauerhaft hinter sich zu halten. Der Niederländer überholte beide McLaren und sicherte sich Rang drei hinter George Russell und Rennsieger Kimi Antonelli. „Unterm Strich war Max einfach schneller“, konstatierte er und verwies darauf, dass Verstappen in Monza phasenweise ohne Windschatten kämpfen und viel Energie zur Verteidigung gegen andere Fahrzeuge aufwenden musste.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.