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Andrea Stella ist überzeugt, dass McLaren in Monza nahezu das Maximum aus dem MCL40 herausgeholt hat, nachdem eine kostspielige Qualifying-Session Oscar Piastri und Lando Norris lediglich die Startplätze sechs und acht beschert hatte.
Der McLaren-Teamchef hatte das Q3-Ergebnis am Samstag noch als Defizit bei der Umsetzung bezeichnet. Am Sonntagabend belegten Norris und Piastri jedoch die Ränge vier und fünf. Der Italiener zeigte sich zufrieden damit, dass das Team im Rennen auf deutlich höherem Niveau agierte – wenngleich die Ausgangspositionen das Endergebnis limitierten.
„Ich denke, in diesem Rennen haben wir fahrerisch und strategisch viel besser agiert als am Vortag“, bilanzierte Stella. „Gestern im Qualifying hätten wir definitiv besser dastehen müssen als auf P6 und P8.“
Die Aufholjagd wurde durch die Topspeed-Defizite des MCL40 erschwert. Stella hob hervor, wie viel Zeit Norris benötigte, um an Pierre Gasly vorbeizugehen, bevor er die Lücke zur Spitzengruppe schließen konnte. Zudem mussten beide McLaren-Piloten ihre Antriebseinheit und Batterie auf dem anspruchsvollen Kurs von Monza sorgfältig verwalten. Diese Herausforderung beim Energiemanagement prägte das gesamte Rennwochenende, wie bereits in unserer Analyse zum Energiemanagement in Monza beleuchtet wurde.

McLarens Entscheidung, seine Fahrer in der Schlussphase frei gegeneinander kämpfen zu lassen, verlieh dem Grand Prix zusätzliche Würze, während sich an der Spitze die Mercedes-Piloten duellierten. Laut Stella musste Norris zunächst beweisen, dass er Piastri überholen konnte, bevor er die Jagd auf Max Verstappen aufnehmen durfte. Wie intensiv dieser Taktik-Poker zwischen Norris und Piastri verlief, zeigte sich bis zur letzten Runde.
„Beide Autos waren auf denselben Reifen unterwegs, hatten die gleiche Reifenlaufleistung und das gleiche Auto. Daher sahen wir keinen Anlass, in den normalen Rennverlauf einzugreifen. Wir haben sie frei fahren lassen“, stellte er klar.
Norris beschwerte sich zwar kurzzeitig über Funk, nachdem er mit den Rädern auf das Gras geraten war, doch sowohl er als auch Stella räumten später ein, dass sich Piastri völlig korrekt verhalten hatte. McLaren wird nun analysieren, ob ein anderes Vorgehen die Siegchancen gegen Verstappen gesteigert hätte – hält aber grundsätzlich an der Philosophie fest, die Piloten auf der Strecke gegeneinander antreten zu lassen.
Für Stella war das Wochenende auch ein klarer Beleg für Piastris Aufwärtstrend. Nach einigen schwierigen Rennen meldete sich der Australier im Spitzenfeld zurück und belegte im Qualifying Platz drei, ehe er durch eine Startplatzstrafe zurückversetzt wurde. McLaren hatte intensiv daran gearbeitet, seine fahrerische Herangehensweise an die Rennbedürfnisse des Boliden anzupassen – ein Prozess, den zuvor auch Norris durchlaufen hatte. Laut Stella zahlte sich diese Arbeit in Monza sichtbar aus.
Mit Blick auf die kommenden Aufgaben nannte Stella Strecken wie Malaysia, Austin und Brasilien, die dem McLaren eher entgegenkommen dürften – vor allem dort, wo lange Kurven das Potenzial des Wagens zur Geltung bringen. Baku und Madrid könnten sich als anspruchsvoller erweisen, wenngleich für Baku frische Upgrades vorgesehen sind.
Seine Botschaft für den Titelkampf blieb gewohnt besonnen: „Wir konzentrieren uns voll und ganz von Rennen zu Rennen.“

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.