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Das erste freie Training zum Großen Preis von Österreich 2026 lieferte einen aufschlussreichen ersten Einblick in die Kräfteverhältnisse auf dem Red Bull Ring. Extreme Hitze, Zuverlässigkeitsprobleme und Rookie-Einsätze prägten ein ereignisreiches FP1. An einem brütend heißen Nachmittag in Spielberg, an dem die Streckentemperaturen auf über 50 °C kletterten, setzte Mercedes mit Kimi Antonelli an der Spitze vor George Russell ein erstes Ausrufezeichen.
Mercedes reiste mit der Erwartung nach Österreich, auf einer leistungssensiblen Strecke stark zu sein, und das FP1 bestätigte diesen Eindruck. Antonelli führte die Session mit einer Zeit von 1:07,796 Minuten auf weichen Reifen an und verwies Russell in einem engen teaminternen Duell um lediglich 0,040 Sekunden auf den zweiten Platz. Beide Fahrer wirkten über mehrere Stints hinweg souverän, wobei Mercedes zudem ein umfangreiches Longrun-Programm auf der mittleren Reifenmischung absolvierte.
Antonellis Tempo war besonders beeindruckend, wenn man bedenkt, dass er nach einem kleinen Verbremser zu Beginn der Session mit einem Bremsplatten zu kämpfen hatte. Dennoch kontrollierte der Meisterschaftsführende das Geschehen, sobald die weichen Reifen aufgezogen waren, was sowohl sein Selbstvertrauen als auch die Fähigkeit von Mercedes unterstrich, die Reifentemperaturen bei extremer Hitze im Griff zu behalten.
Russell hingegen berichtete früh von einem „seltsamen“ Gefühl am Gaspedal, konnte sich aber im Verlauf seiner Runs stetig steigern. Der knappe Abstand zwischen den beiden deutet auf ein weiteres enges Qualifying-Duell innerhalb des Teams hin.
Für McLaren verlief das FP1 mit gemischten Gefühlen. Oscar Piastri erwies sich als engster Verfolger von Mercedes und beendete die Session nach einer sauberen Runde auf weichen Reifen als Dritter, nur 0,117 Sekunden hinter Antonelli. Der Australier zeigte zudem eine solide Konstanz bei den Longruns und hielt McLaren damit fest im Kampf um die Spitzenplätze an diesem Wochenende.
Lando Norris hingegen erlebte eine deutlich gestörte Session. Ein vermutetes Hydraulikproblem verzögerte seine Arbeit erheblich, und gerade als er zu einer späten schnellen Runde auf weichen Reifen ansetzen wollte, sorgte der Stillstand von Sergio Perez für eine rote Flagge. Norris beendete das FP1 auf dem siebten Platz, ohne jemals eine repräsentative Runde auf der C5-Mischung absolviert zu haben. Angesichts seiner starken Bilanz auf dem Red Bull Ring hofft McLaren nun auf ein aussagekräftigeres FP2.
Es war ein frustrierender Auftakt zum Heim-Grand-Prix für Red Bull Racing. Max Verstappen wurde wiederholt von Anti-Stall-Problemen ausgebremst und blieb während der Session sowohl in der Boxengasse als auch auf der Strecke stehen. Trotz der verlorenen Zeit rettete Verstappen noch den vierten Platz, weniger als drei Zehntelsekunden hinter der Spitze, was darauf hindeutet, dass das grundlegende Potenzial vorhanden ist.
Für Isack Hadjar verlief die Session noch schwieriger. Begrenzte Fahrzeit und Balance-Probleme ließen den Rookie am Funk sichtlich frustriert zurück: „Ich verstehe die Balance überhaupt nicht... es ist ein Chaos.“ Er beendete das Training auf dem 12. Platz, über 1,6 Sekunden hinter Antonelli. Red Bulls Fokus wird nun darauf liegen, die Zuverlässigkeit zu verbessern, bevor man sich auf die reine Performance konzentriert.
Die beste Platzierung für Ferrari erzielte Lewis Hamilton, der bei seinem ersten Run auf weichen Reifen Fünfter wurde. Obwohl er 0,665 Sekunden Rückstand auf die Spitze hatte, war Hamiltons Tempo respektabel, insbesondere da sich das Team dazu entschieden hatte, Dino Beganovic im FP1 einzusetzen. Der Rookie überzeugte mit einem soliden neunten Platz, absolvierte sein Programm fehlerfrei und sammelte wertvolle Daten für die Rückkehr von Charles Leclerc am restlichen Wochenende.
An anderer Stelle sorgte Arvid Lindblad mit dem sechsten Platz für Racing Bulls für Aufsehen und setzte damit seine starke Serie an Freitag-Performances fort. Auch Franco Colapinto und Oliver Bearman schafften es in die Top 10, während Williams-Rookie Luke Browning eine schwierige Session erlebte, die von einem Verbremser und Bremsplatten gezeichnet war.
Die Session endete unter roten Flaggen, nachdem Sergio Perez zum zweiten Mal auf der Strecke stehen blieb. Dies verschlimmerte ein ohnehin schwieriges FP1 für Cadillac, trotz eines umfangreichen Upgrade-Pakets. Perez wurde auf dem 21. Platz klassifiziert und hofft nun auf einen reibungsloseren Verlauf im FP2.
Da für den späteren Tagesverlauf etwas kühlere Bedingungen erwartet werden, lieferte das FP1 eher wertvolle Erkenntnisse über das Reifenverhalten als eine endgültige Standortbestimmung. Mercedes wirkt stark, McLaren ist dicht dran und Red Bull bleibt aufgrund der verlorenen Kilometer ein Unbekannter. Während die Teams ihre Setups verfeinern und Zuverlässigkeitsprobleme angehen, dürfte das FP2 ein klareres Bild der wahren Hackordnung vor dem Qualifying liefern.
Mehr Informationen zur Vorbereitung der Teams finden Sie in unserem Bericht über das Update für die Antriebs-Zuverlässigkeit von Mercedes sowie in der Pirelli-Vorschau zum Großen Preis von Österreich.“,meta_description:

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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