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George Russell setzte beim ersten Freien Training zum Großen Preis von Barcelona auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya die erste Bestmarke. Die heiße und hektische Session unterstrich sowohl die Stärke von Mercedes als auch die Herausforderungen, die das Feld an diesem Wochenende erwarten. Bei Streckentemperaturen von bis zu 47 °C dominierten der mangelnde Grip an der Hinterachse und der Reifenverschleiß das Geschehen in der ersten Stunde in Spanien.
Mercedes wirkte vom Moment an, als die Ampel auf Grün sprang, sehr souverän. George Russell geriet zu keinem Zeitpunkt unter Druck, sobald die ersten Runden auf den weichen Reifen absolviert wurden. Seine Bestzeit von 1:16,363 reichte aus, um die Zeitentabelle anzuführen – und was noch wichtiger war: Sie wirkte reproduzierbar. Der W17 schien in den schnellen Kurven, wo Barcelona Schwächen normalerweise gnadenlos aufdeckt, gut ausbalanciert zu sein.
Russells Vorsprung entstand früh auf den weichen Reifen, als er fast sieben Zehntelsekunden schneller war als Max Verstappen bei vergleichbaren Runs. Dieser Abstand schrumpfte zwar, als sich andere verbesserten, doch der Eindruck blieb: Die Upgrades von Mercedes funktionieren auf dieser traditionellen, aerodynamisch anspruchsvollen Strecke genau wie geplant.

Oscar Piastri beendete die Session als Zweiter, nur 0,203 Sekunden hinter der Spitze, obwohl er von einer Bremsvibration berichtete, die laut McLaren erst für das zweite Freie Training behoben werden konnte. Beeindruckenderweise war der Australier auf den Medium- und Soft-Reifen konstant zwei Zehntel langsamer als Russell, was darauf hindeutet, dass McLaren näher dran sein könnte, als es die Kommentare vor der Session vermuten ließen.
Charles Leclerc komplettierte die Top Drei für Ferrari, eine halbe Sekunde hinter der Spitze. Man hatte erwartet, dass Ferrari auf den langen Geraden zu kämpfen hätte, doch Leclercs Tempo deutete auf ein konkurrenzfähiges Abtriebspaket hin, auch wenn die reine Effizienz für das Qualifying noch ein Fragezeichen bleibt.

Das erste Freie Training bot eine starke Präsenz von Rookies, und einige nutzten diese Chance voll aus. Leonardo Fornaroli war ein herausragender Akteur und beendete die Session als Fünfter für McLaren, während Paul Aron direkt dahinter auf Platz sechs für Audi beeindruckte. Beide Fahrer wirkten trotz der schwierigen Bedingungen mit wenig Grip an der Hinterachse sehr gefasst.
Dino Beganovic belegte den achten Platz für Ferrari und zeigte ein solides Tempo bei den Longruns, während Arvid Lindblad für Red Bull in die Top Ten fuhr. Im Gegensatz dazu erlebte Gabriel Bortoleto eine schwierige Session; er kämpfte wiederholt mit Übersteuern und kam mehrfach von der Strecke ab. „Ich rutsche überall, null Grip“, meldete er über Funk.
Nicht alle Rookies kamen problemlos durch die Session. Colton Herta hatte einen nervösen Moment über die Randsteine und bat das Team, „den Unterboden zu überprüfen“, während Luke Browning aufgrund eines elektrischen Problems an seinem Williams keine einzige Runde absolvieren konnte.

Der hohe Reifenverschleiß war während der gesamten Session offensichtlich. Die weichen Reifen hielten meist nur für eine einzige schnelle Runde, wobei an den vorderen linken Reifen mehrerer Autos Blasenbildung zu sehen war. Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf die Qualifying- und Rennstrategie haben, insbesondere da für Sonntag noch heißere Bedingungen vorhergesagt sind.
Die Teams verbrachten einen Großteil des ersten Freien Trainings damit, Daten zu sammeln, wobei Aero-Rechen und Flow-Vis-Farbe in der Boxengasse allgegenwärtig waren. Barcelona bleibt ein entscheidender Maßstab für die Entwicklung, und diese Session diente ebenso sehr der Korrelation wie der Rundenzeit.
Williams erlebte eine frustrierende Stunde. Carlos Sainz wurde früh durch ein Auto aufgehalten, das nicht „ansprang“, während Browning überhaupt nicht zum Fahren kam. Verlorene Kilometer sind hier besonders kostspielig, da auf dieser Strecke ein enormes Pensum an Abstimmungsarbeit erforderlich ist.
Da mehrere Stammfahrer im zweiten Freien Training zurückkehren – darunter Antonelli, Hamilton und Norris – wird sich das Kräfteverhältnis schnell schärfen. Vorerst sieht Mercedes wie das Team aus, das es zu schlagen gilt, aber da sich das Reifenmanagement als entscheidender Faktor herauskristallisiert, ist das Wochenende in Barcelona noch lange nicht entschieden.
Mehr dazu: Ferrari präsentiert großes SF-26-Upgrade-Paket für den Großen Preis von Barcelona und FP1 in Barcelona: Alle Rookies, die an der Trainingssitzung teilnehmen.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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