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Carlos Sainz hat sein Verhalten nach der Kollision mit Oscar Piastri beim Überrundetwerden im Großen Preis von Ungarn verteidigt. Der Williams-Pilot betonte, dass ein deaktiviertes System für blaue Warnleuchten und die Intensität seines Duells mit Fernando Alonso kaum Möglichkeiten gelassen hätten, den Kontakt zu vermeiden.
Der Williams-Fahrer kämpfte mit Alonso um Platz 14, als er quer über die Strecke zurückzog und dabei die Front von Piastris McLaren touchierte. Piastri blieb ohne Schaden, verlor im Duell mit seinem Teamkollegen Lando Norris jedoch wertvolle Zeit und Momentum. Seine Frustration war über den Boxenfunk deutlich zu hören.

Die FIA-Kommissare stellten fest, dass sich Piastri in Sainz’ totem Winkel befunden hatte, während die Williams-Boxenmauer den herannahenden McLaren gemeldet hatte. Sainz erklärte jedoch, seine Aufmerksamkeit habe Alonso gegolten. Zudem seien die blauen Leuchten am Lenkrad deaktiviert gewesen, die normalerweise eine wichtige zusätzliche Warnung vor überrundenden Fahrzeugen darstellen.
Ein GPS-Kommunikationsproblem hatte in den ersten Runden fehlerhafte Warnungen ausgelöst und dazu geführt, dass das System abgeschaltet wurde. Die Fahrer mussten weiterhin auf geschwenkte blaue Flaggen und die blauen Anzeigetafeln rund um die Strecke reagieren. Diese Tafeln zeigten allerdings nicht die Nummern der betreffenden Fahrzeuge an.
„Zu diesem Zeitpunkt wusste ich überhaupt nicht, dass ich gleich überrundet werden würde“, sagte Sainz. „Ich war mitten in einem großen Duell mit Fernando und versuchte, ihn in der Kurve zu unterbieten. Deshalb hätte ich Oscar dort nicht erwartet.“

Er ergänzte, Piastri habe sich in seinem „toten Winkel“ befunden, weshalb der Zwischenfall aus seiner Sicht unvermeidbar gewesen sei. Sainz akzeptierte die Fünf-Sekunden-Strafe dennoch und entschuldigte sich bei Piastri. Er bezeichnete die Kollision als Rennzwischenfall.
Sainz deutete außerdem an, Piastri hätte sein Auto angesichts der Schwierigkeiten mit den blauen Flaggen im gesamten Feld vorsichtiger positionieren können. Gleichzeitig räumte er ein, dass die Fahrer weiterhin selbst für die Einhaltung der Regeln verantwortlich sind.
„Wenn wir nicht so langsam wären, gäbe es nicht so viele blaue Flaggen“, sagte er. Die endgültige Lösung bestehe seiner Ansicht nach darin, dass die langsameren Autos den Leistungsrückstand verkleinern und Überrundungen vermeiden.

Die Strafe war nur ein Teil eines schwierigen Nachmittags. Sainz absolvierte drei Boxenstopps, wobei die Fünf-Sekunden-Strafe beim zweiten Stopp abgesessen wurde. Am Ende belegte er Platz 18. Zunächst habe das Rennen jedoch vielversprechend ausgesehen: Williams konnte das Tempo von Haas mitgehen und sogar einen der beiden Haas-Fahrer per Undercut überholen.
Ein später und unnötiger Boxenstopp warf ihn anschließend hinter Oliver Bearman und Alex Albon zurück. Sainz erklärte, er müsse die Entscheidung erst verstehen, und stellte infrage, warum das Team diesen Schritt gewählt hatte. Der Zwischenfall erwies sich damit als doppelter Rückschlag: Er störte Piastris Duell und verwandelte ein Rennen, das Sainz als vielversprechend betrachtet hatte, in ein enttäuschendes Ergebnis. Mehr zur Sainz-Piastri-Kollision und ihren Folgen. Außerdem: Norris gewinnt den Ungarn-GP nach dem McLaren-Drama um Piastri.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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