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Zwei Fahrer wurden nach Abschluss des FIA-Formel-2-Hauptrennens in Montreal mit nachträglichen Zeitstrafen belegt, wobei die Entscheidungen der Rennkommissare das Endergebnis maßgeblich veränderten.
Nikola Tsolov von Campos Racing erhielt eine 10-Sekunden-Zeitstrafe für das Verlassen der Strecke und das daraus resultierende Erlangen eines Vorteils – ein Urteil, das sich in der Gesamtwertung als besonders kostspielig erweist.
Der Vorfall ereignete sich, als Tsolov in den Kurven 13 und 14 gegen Oliver Goethe (Auto Nr. 10) kämpfte. Nach Sichtung von Video- und GPS-Beweisen kamen die Kommissare zu dem Schluss, dass Tsolov seine Position zwar rechtmäßig gegen Goethe verteidigt hatte, dies jedoch durch das Verlassen der Strecke und das Beibehalten der Position tat – ein klarer Verstoß gegen das Reglement.
Die Strafe wirft Tsolov in der Endabrechnung vom vierten auf den 12. Platz zurück. Ein dramatischer Verlust von acht Positionen, der unterstreicht, wie entscheidend jene wenigen Meter abseits der Rennstrecke waren. Es war ein Wochenende, an dem die Track Limits und das Fahrverhalten bereits unter genauer Beobachtung standen, während sich ein chaotisches F2-Hauptrennen unter schwierigen Bedingungen auf dem Circuit Gilles Villeneuve abspielte.
Auch Ritomo Miyata von Hitech wurde bestraft und erhielt eine Fünf-Sekunden-Zeitstrafe, da er in der Schlussphase des Rennens eine Kollision mit Oliver Goethe von MP Motorsport verursacht hatte.
Die Kommissare werteten Videobeweise aus und hörten beide Fahrer sowie deren Teamvertreter an, bevor sie ihr Urteil fällten. Ihre Schlussfolgerung war eindeutig: Goethe hatte Anspruch auf Kurve 11 etabliert, und Miyata wurde als der Fahrer identifiziert, der überwiegend für den Kontakt verantwortlich war. Dennoch erkannten die Kommissare an, dass beide Fahrer zu dem Vorfall beigetragen hatten – ein Faktor, der bei der Festlegung des Strafmaßes berücksichtigt wurde.
Durch die Fünf-Sekunden-Zeitstrafe bleibt Miyata auf Platz 16 des Hauptrennens – das bedeutet, dass die Strafe zwar eine formelle Rüge in seiner Akte darstellt, seine klassifizierte Position jedoch nicht verändert.
Es war nicht das erste Mal an diesem Wochenende in Montreal, dass Goethes Name in den Notizen der Kommissare auftauchte. Der MP-Motorsport-Pilot war bereits in eine separate regulatorische Angelegenheit während des Formel-2-Qualifyings verwickelt, bei dem seine schnellste Rundenzeit gestrichen wurde.
Die beiden Entscheidungen erinnern an die geringen Spielräume in der Formel 2, wo sich Zweikämpfe auf der Strecke häufig in den Raum der Kommissare verlagern – und wo nachträgliche Zeitstrafen genauso entscheidend sein können wie alles, was auf der Strecke passiert.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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