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Carlos Sainz’ Zukunft bei Williams scheint nach einem desaströsen Großen Preis von Ungarn weniger sicher. Der Spanier kam als 18. ins Ziel – einen Platz vor Haas-Pilot Oliver Bearman.
Das Ergebnis war für Sainz und Williams besonders bitter, weil Aston Martin sie nach einem Upgrade hinter sich ließ. Das Team, das zuvor als chronisch enttäuschend galt, setzte sich damit vor die anderen angeschlagenen Rennställe. Für einen Fahrer, dessen Aussichten auf einen Platz bei einem Spitzenteam der Formel 1 weiterhin offen sind, stärkt ein Ergebnis dieser Größenordnung die eigene Position kaum.
Auch die Kommunikation und Strategie von Williams sorgten im Rennen für Frust. Sainz’ Aussagen nach dem Zieleinlauf deuteten an, dass seine Entscheidung über die Zukunft beim Team möglicherweise nicht mehr so eindeutig ist wie noch eine Woche zuvor.
Im Gespräch mit Marca und anderen spanischen Medien sagte Sainz, er werde während der Sommerpause „in Ruhe“ über seine Zukunft bei Williams entscheiden. Seine Verärgerung war jedoch deutlich zu spüren – insbesondere über die fehlende Warnung vor Oscar Piastri und einen unnötigen späten Boxenstopp.
„Der Plan ist, eine Entscheidung zu treffen. Aber ja, wir müssen uns das in Ruhe ansehen.“
Sainz erklärte, dass das System für blaue Flaggen nicht funktioniert habe und sein Lenkrad deshalb nicht wie gewohnt gewarnt habe. Außerdem hatte er den Eindruck, dass das Team ihn während seines Positionskampfs mit Fernando Alonso nicht ausreichend informierte.
„Ich kämpfte mit Fernando um eine Position – ein ganz normaler Zweikampf – und plötzlich war da ein McLaren, von dem ich nicht einmal wusste, dass er dort war.“
Nach Angaben von Sainz kostete ihn der Zwischenfall fünf Sekunden. Er war überzeugt, dass sein Tempo gemessen an der Leistungsfähigkeit des Autos stark gewesen sei und der Williams vor diesem Rückschlag zu einem besseren Ergebnis fähig war.
„Als wir ein gutes Rennen hatten, fuhr ich für das Auto, das wir heute hatten, ein sehr hohes Tempo.“
Der späte Strategiewechsel verschärfte das Problem zusätzlich. Sainz sagte, Williams habe ihn an die Box geholt, als er vor Bearman und Alex lag, wodurch er hinter beiden Fahrern zurückfiel. Er bezeichnete die Entscheidung als unnötig, da er sich vorne wohlgefühlt habe.
Mehr Einzelheiten zum Zwischenfall gibt es in Sainz erklärt Piastri-Kollision: Defekte blaue Lichter in Ungarn.
Nach dem Großen Preis von Belgien hatte Sainz entschlossen gewirkt, Williams auf dem Weg bis 2027 zu unterstützen. Das Ergebnis in Ungarn könnte ihn vorsichtiger gemacht haben. Seine Entscheidung dürfte in den kommenden Wochen nun genauer beobachtet werden.
Sollte er das Team verlassen, könnte Williams bereits einen möglichen Ersatz im Blick haben. Teamchef James Vowles wurde dabei gesehen, wie er mit Franco Colapinto zu Abend aß. Das könnte darauf hindeuten, dass der Argentinier für Sainz’ Cockpit infrage kommt.
Vorerst hat Sainz keine Kursänderung bestätigt. Doch nach einem Rennen, das von schlechter Kommunikation, einem kostspieligen Boxenstopp und einem zutiefst enttäuschenden Ergebnis geprägt war, steht seine Zukunft bei Williams eindeutig wieder auf der Tagesordnung.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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