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Mercedes hat bestätigt, dass die großen Upgrades für den W17 bewusst auf die zweite Hälfte der Formel-1-Saison konzentriert wurden. Der Tabellenführer wägt Leistungsgewinne gegen die Anforderungen der Budgetgrenze in einem immer intensiveren Entwicklungsrennen ab.
Teamchef Toto Wolff erläuterte den Ansatz nach dem Großen Preis von Ungarn, bei dem Kimi Antonelli als Dritter ins Ziel kam und George Russell Platz sieben belegte. Mercedes führt die Konstrukteurswertung mit 379 Punkten an und liegt 72 Zähler vor Ferrari. Dennoch reagiert das Team nicht auf jeden Entwicklungsschritt der Konkurrenz mit neuen Teilen bei der nächstmöglichen Gelegenheit.
„Wir müssen genau abwägen, wann wir die Upgrades bringen“, sagte Wolff gegenüber den Medien. Entscheidend sei, den Zeitpunkt zu finden, an dem eine Neuerung die größtmögliche Wirkung entfalten kann – statt bei jedem Grand Prix einfach weitere Teile einzusetzen.
Diese Strategie verfolgt Mercedes, während Ferrari weiter Druck ausübt. Wolff hat die Konstanz des Entwicklungsprogramms der Scuderia infrage gestellt und beim Großen Preis von Österreich angedeutet, dass Ferrari bei einer Fortsetzung seines Tempos irgendwann an die Grenze der Budgetobergrenze stoßen könnte. Ferrari sei das einzige Spitzenteam, das seine Entwicklungsrate noch nicht deutlich gedrosselt habe, erklärte Wolff. Mercedes, McLaren und Red Bull hätten dagegen einen maßvolleren Weg eingeschlagen.
Mercedes hat die Upgrades für den W17 in klar voneinander getrennten Phasen eingeführt. Während der Vorsaisontests in Bahrain kam ein umfangreiches Aerodynamik- und Kühlungspaket zum Einsatz. Bei den frühen Überseerennen folgten kleinere Anpassungen, darunter ein moderater Entwicklungsschritt in Miami.
Das größte Saison-Upgrade brachte Mercedes in Kanada. Es umfasste einen neu gestalteten Frontflügel, überarbeitete Aufhängungsabdeckungen, einen modifizierten Unterboden und Heckflügel sowie Maßnahmen zur Gewichtsreduzierung – etwa ein leichteres Getriebe. Der Zugewinn wurde auf rund 0,3 Sekunden pro Runde geschätzt.
Seitdem hat Mercedes weitgehend darauf verzichtet, erneut ein großes Paket an Komponenten einzusetzen. Wolff betonte, dass dies eine bewusste Entscheidung und kein Zeichen dafür sei, dass das Team keine Teile herstellen könne. In der Windkanalentwicklung werde intensiv an Neuerungen gearbeitet, man bringe sie jedoch nicht sofort an die Rennstrecke. Die Entscheidung folgt zudem auf ein schwieriges Ungarn-Wochenende für Russell. Sein Rückschlag durch das Anti-Stall-System hat bereits eine genauere Untersuchung ausgelöst, wie in der früheren Analyse der Mercedes-Aufarbeitung nach dem Rennen berichtet wurde.
„Wir haben versucht, die Entwicklung etwas stärker auf die zweite Saisonhälfte zu konzentrieren“, fügte Wolff hinzu. Ob dieser Zeitplan ausreicht, wird davon abhängen, wie effektiv Mercedes seine Konkurrenten überholen kann, bevor sich die Entwicklungskurve erneut abzuflachen beginnt.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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