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Ferraris Chancen auf einen ernsthaften Angriff in der Konstrukteurs-WM hängen laut Teamchef Fred Vasseur davon ab, ob der Rennstall sein Entwicklungstempo nach der Sommerpause beibehalten kann.
Nach dem Großen Preis von Ungarn zog Vasseur Bilanz der ersten Saisonhälfte, die sich seiner Einschätzung nach in zwei deutlich unterschiedliche Abschnitte geteilt hatte. Mercedes erarbeitete sich zunächst einen klaren Vorsprung. Ab dem Großen Preis von Barcelona-Katalonien konnte Ferrari jedoch Boden gutmachen – dort feierte Lewis Hamilton seinen ersten Sieg für das Team aus Maranello.
Nach Kimi Antonellis Sieg in Monaco lag Mercedes 79 Punkte vor Ferrari. In den folgenden fünf Rennen verkürzte Ferrari den Rückstand leicht auf 72 Punkte. Vasseur sagte, Mercedes sei vor Spanien „geflogen“ und habe in vier oder fünf Rennen rund 100 Punkte mehr als Ferrari geholt. In den darauffolgenden vier oder fünf Läufen habe Ferrari dann seinerseits mehr Punkte als der Rivale gesammelt.
Vasseur sieht Ferraris wichtigste Stärke darin, das Auto von Rennen zu Rennen verbessern zu können. Die unmittelbare Herausforderung besteht nun darin, diesen Schwung mit noch 11 oder 12 ausstehenden Rennen aufrechtzuerhalten.
Mercedes hat angedeutet, dass der Schwerpunkt seines Entwicklungsprogramms auf der zweiten Saisonhälfte liegt. Nach der Sommerpause ist ein umfangreiches Paket geplant. Damit wird Ferraris Entwicklungstempo zu einem zentralen Faktor im Titelkampf. Mehr dazu steht in Mercedes verschiebt W17-Upgrades gezielt auf die zweite Saisonhälfte.
Vasseur stellte Ferraris Vorgehen dem Ansatz von McLaren gegenüber, der auf weniger, dafür größere Pakete setzt. Ferrari versucht hingegen, bei nahezu jedem Rennen neue Teile zu bringen. „Wir verfolgen einen anderen Ansatz und versuchen, bei jedem einzelnen Rennen neue Teile einzusetzen. Diesen Schwung müssen wir beibehalten“, sagte er. Zugleich betonte Vasseur, dass das Chassis im gesamten Auto noch Verbesserungspotenzial biete.
Diese Strategie hat auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff aufmerksam verfolgt. Beim Großen Preis von Österreich zeigte er sich überrascht, dass Ferrari unter der Budgetobergrenze derart umfangreiche Updates an die Strecke bringen konnte.
Vasseur machte deutlich, dass Ferraris Prioritäten über die Aerodynamik und die Chassis-Entwicklung hinausgehen. Mit Blick auf Budapest bezeichnete er die Rennumsetzung als „sehr schlecht“, obwohl er sie zu Beginn der Saison noch als Stärke des Teams eingeschätzt hatte.
Zudem räumte er ein, dass Ferrari auch bei der Antriebseinheit Fortschritte machen müsse. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Entwicklung des Motors deutlich mehr Zeit benötigt als die Arbeit am Chassis. Für Vasseur bleibt die zentrale Voraussetzung jedoch unverändert: Ferrari muss sein aktuelles Entwicklungstempo beibehalten, wenn aus dem verkürzten Rückstand ein echter Angriff auf die Konstrukteurs-WM werden soll.

Er ist Softwareentwickler und begeisterter Fan der Formel 1 und des Motorsports. Er ist Mitbegründer von Formula Live Pulse, einem Unternehmen, das Live-Telemetriedaten und Renninformationen zugänglich, anschaulich und leicht verständlich macht.
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