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Warum Antonelli in Singapur einer Strafe wegen Streckenlimits entging

Kimi Antonelli entging beim Großen Preis von Singapur 2026 einer Fünf-Sekunden-Strafe, nachdem Mercedes erfolgreich eines seiner vier Streckenlimit-Vergehen angefochten hatte, wie aus dem Bericht hervorgeht. Dadurch blieb ihm eine Sanktion erspart, die nach einer letzten Verwarnung wahrscheinlich schien.
Die Vorfälle ereigneten sich in Kurve 2, wo zwei Rundenzeiten gestrichen wurden, in Kurve 19 sowie in Kurve 7 beim Neustart nach einer Virtuellen Safety-Car-Phase. Einer der Vorfälle wurde später überprüft und die Entscheidung zurückgenommen – Antonelli kam damit um die Strafe herum.
Ein Bremsproblem erschwerte den Vorfall in Kurve 7
Antonelli sagte, sein Auto habe beim Bremsen in Kurve 7 nach dem Neustart nicht wie erwartet verzögert. Die Bremswirkung sei schwach gewesen, und das Pedal habe einen langen Weg gehabt. Dabei sei er der Mauer gefährlich nahe gekommen. Wegen eines Problems mit dem Bremssensor fehlten dem Team Temperaturdaten, sodass Antonelli den Zustand der Bremsen nach Gefühl einschätzen musste. Nach einem Großteil des Rennens im Luftstrom eines vorausfahrenden Autos seien die Bremsen heiß gewesen.

Das Sportliche Reglement der Formel 1 verpflichtet die Fahrer, sich nach Kräften auf der Strecke zu halten, lässt aber einen triftigen Grund für das Verlassen der Strecke gelten. Ein Bremsproblem könnte als solcher Grund angeführt werden. Allerdings war Antonelli bereits früher im Jahr in Silverstone bestraft worden, nachdem er wegen eines Problems mit einer Radabdeckung eine Kurve abgekürzt hatte.
Dem Bericht zufolge wurden in dieser Saison bei keinem anderen Fahrer mehr Rundenzeiten wegen Überschreitungen der Streckenlimits gestrichen. Sein Renningenieur Peter Bonnington warnte ihn wiederholt über Funk und wiederholte die Anweisung einmal eindringlich. Toto Wolff scherzte nach dem Rennen außerdem, Antonelli brauche ein Kissen unter sich, damit er die Strecke sehen könne. Wolffs öffentliche Äußerungen zu den Grenzen des jungen Fahrers waren auch Thema in unserem Bericht über die Sorgen bei Mercedes.
Mercedes muss die Balance zwischen Lernen und Risiko finden
Nach dem Rennen in Singapur wurde darüber diskutiert, ob Antonellis wiederholte Ausritte auf ein Verhalten hindeuten, das korrigiert werden muss, oder ob der Fahrer noch herausfindet, wo genau die Grenzen liegen. Vielleicht nutzt er die Verwarnungen, um das Limit auszuloten. Wer es jedoch wiederholt überschreitet, lässt kaum Spielraum für Fehler und riskiert eine vermeidbare Strafe.

Der Vorfall ereignete sich zudem bei einem Rennen, bei dem sich die Bremsleistung nur schwer einschätzen ließ. Das Problem in Kurve 7 könnte zwar diesen Ausritt erklären, doch aus der Quelle geht nicht hervor, ob es sich dabei um den Verstoß handelte, gegen den Mercedes erfolgreich Einspruch eingelegt hatte.
Antonelli wurde in Singapur Dritter. Wolffs Scherz fiel, nachdem er sich den Podestplatz gesichert hatte. Die übergeordnete Botschaft des Vorfalls: Der Fahrer befindet sich noch in der Entwicklung. Mit zunehmender Reife muss das Team womöglich nicht mehr so nachdrücklich eingreifen. Mehr zum Hintergrund des Wochenendes gibt es in unserer Vorschau auf den Großen Preis von Singapur 2026.
