Warum das Sprint-Wochenende in Singapur F1-Fahrer besonders fordert

Singapur richtet an diesem Wochenende erstmals einen Sprint aus. Teams und Fahrern bleibt damit nur ein einziges Training, um sich auf die anspruchsvollen Bedingungen auf dem Marina Bay Street Circuit vorzubereiten.
Auf Stadtkursen müssen die Fahrer Tempo und Vertrauen Schritt für Schritt aufbauen. Das Sprintformat verkürzt diesen Prozess jedoch. Das erste Training am Freitag findet bei Tageslicht statt, danach folgen das Sprint-Qualifying unter Flutlicht und der Sprint bei Sonnenschein. So bleibt wenig Zeit, eine Fahrzeugbalance zu finden, die bei wechselndem Grip und unterschiedlichen Streckenbedingungen funktioniert. Hier gibt es den kompletten Zeitplan für das Singapur-GP-Wochenende.
Der Wechsel von Tag zu Nacht erschwert die Abstimmung
Der Grip auf der Strecke verändert sich im Laufe des Wochenendes. Der Wechsel vom Tag zur Nacht bringt eine weitere Unbekannte mit sich. Kimi Antonelli, der WM-Spitzenreiter, sagte, die raschen Veränderungen zwischen den Sessions machten einen Sprint auf einem Stadtkurs besonders anspruchsvoll. Den Kontrast zwischen dem Training am Tag und dem Qualifying bei Nacht sieht er als Herausforderung für Fahrer und Teams.

Max Verstappen sagte, bei Tageslicht sei der Grip geringer und die Reifen würden stärker beansprucht. Deshalb sei es für ihn entscheidend, im ersten Training eine gute Balance zu finden, die als solide Grundlage für den Rest des Wochenendes dienen könne. Zudem warnte er, dass der Zeitdruck an Sprint-Wochenenden Entscheidungen erschwere. Besonders wichtig sei das Qualifying auf einer Strecke, auf der Überholen schwierig ist.
Wenn die Sonne untergeht, verändert sich das Verhalten der Reifen, sagte Alex Albon. Die Teams kämen in der Regel mit einer vertrauten Grundeinstellung an und arbeiteten dann daran, im Laufe des Wochenendes Vertrauen aufzubauen. Für die Fahrer könne es nötig sein, zunächst ein berechenbares Auto höher zu gewichten, statt in jeder Session die ideale Abstimmung anzustreben. Pirellis Vorschau auf die Reifenstrategien in Marina Bay beleuchtet die besonderen Anforderungen an die Reifen.
Für Lindblad wird die Lernkurve steiler
Für Arvid Lindblad, den einzigen Rookie im Feld, macht der verkürzte Zeitplan die Aufgabe noch schwieriger: Er muss einen von Mauern gesäumten Stadtkurs kennenlernen, den er bislang nur aus dem Simulator kennt. Stadtkurse an Sprint-Wochenenden hat er zwar schon erlebt, doch die wenigen Sessions erschwerten es, vor dem Qualifying Vertrauen aufzubauen.

Lindblad erklärte, auf Stadtkursen sei es entscheidend, das Tempo schrittweise zu steigern. Zugleich räumte er ein, bei den jeweils letzten beiden Stadtkursen im zweiten Training verunfallt zu sein. Diese Vorfälle seien Erfahrungen, aus denen er lernen könne. Da ihm in Marina Bay weniger Zeit zum Lernen bleibt, wird die richtige Balance zwischen Vorsicht und Tempo besonders wichtig.
Lewis Hamilton sagte, Ferrari sei in dieser Saison im ersten Training häufig ordentlich aufgestellt gewesen. Er hoffe, dass die Vorbereitung dem Team eine solide Ausgangsbasis verschaffe. Bei nur einer Trainingssession sei jedoch für alle Teams ungewiss, wie sich das Wochenende entwickeln werde.
