Wie Alonso und Aston Martin ihre Chance in Sepang optimal nutzten

Fernando Alonso ging in Sepang von Startplatz zwölf ins Rennen und rechnete kaum mit einer Chance auf Punkte. Er befürchtete, dass Aston Martin auf den Geraden zunächst verwundbar sein und anschließend nicht genügend Tempo haben würde, um verlorenen Boden gutzumachen. Doch Regen und mehrere Rennunterbrechungen verhalfen ihm zu Platz acht – obwohl er auf den falschen Reifen gestartet war.
Alonso mit Slicks im Nachteil
Die Strecke trocknete ab, als das Rennen schließlich gestartet wurde. Aston Martin und mehrere andere Teams entschieden sich für Medium-Slicks, weil sie davon ausgingen, dass der Regen aufgehört hatte. Alonso sagte, die wechselnden Bedingungen hätten seinem Team eine Chance eröffnet, räumte aber ein, dass der verzögerte Start die Entscheidung erschwert hatte.
Die Slicks erwiesen sich schnell als schwierig zu kontrollieren. Lance Stroll kam zum Wechsel auf Intermediates an die Box, während Alonso draußen blieb. Er hoffte auf ein Safety Car, das ihm einen Reifenwechsel mit geringerem Zeitverlust ermöglichen und das Feld wieder zusammenschieben würde. Dabei überholte er sogar seinen früheren McLaren-Teamkollegen Lewis Hamilton, der ebenfalls mit mangelnder Haftung zu kämpfen hatte.

Schließlich verschaffte ein Safety Car Alonso den Neustart, den er gebraucht hatte. Danach arbeitete er sich kontinuierlich nach vorn und fuhr in die Punkteränge, als er kurz vor einer späten Virtuellen Safety-Car-Phase Arvid Lindblad überholte. Wenig später wurde daraus eine zweite Safety-Car-Phase. Ausfälle und Zwischenfälle mit George Russell und Lando Norris brachten Alonso schließlich auf Platz acht. Beim letzten Neustart behauptete er seine Position und hielt Norris bis ins Ziel hinter sich.
Für ein Team, das eine schwierige Saison erlebt, war das Ergebnis ein bemerkenswerter Erfolg. Aston Martins größere Probleme machen jede Chance auf Punkte wertvoll. In Sepang zahlte sich die Hartnäckigkeit nach einer nicht idealen Reifenentscheidung zu Beginn aus.
Krack fordert Analyse statt Jubel
Alonso führte das stärkere Wochenende des Teams auf die Strecke zurück. Beide Aston-Martin-Fahrer hätten Q2 erreicht und im Mittelfeld mitkämpfen können. Zugleich betonte er, dass die Konkurrenzfähigkeit von Rennen zu Rennen unterschiedlich gewesen sei. Deshalb komme es besonders auf eine saubere Umsetzung an, wenn Punkte in Reichweite seien. Nach dem Safety Car, sagte er, „begann für uns ein neues Rennen“.

Chief Trackside Officer Mike Krack räumte ein, dass die Reifenentscheidung überprüft werden müsse. Stroll wechselte auf Intermediates, Alonso blieb auf Slicks. In der Nachbesprechung sagte der Spanier, die Reifen hätten sich zunächst nicht allzu schlecht angefühlt – bis die Fahrer auf Intermediates schnell an ihm vorbeizogen.
Krack erklärte, das Safety Car habe Aston Martin wieder an die Spitze des Feldes herangeführt. Die Zwischenfälle im Rennen hätten einem Team eine Chance eröffnet, dem bislang noch das Tempo fehle, um regelmäßig Punkte zu holen. Er begrüßte das Ergebnis, warnte aber davor, aus einem einzelnen Wochenende zu weitreichende Schlüsse zu ziehen. Nach den schwierigen Auftritten in Madrid und Baku wird Aston Martin untersuchen, warum das Team in Sepang konkurrenzfähiger war und wie es auf dieser Leistung aufbauen kann.
Für Alonso war Platz acht nicht das Ergebnis einer perfekten Strategie. Die Punkte waren das Resultat wechselnder Bedingungen, eines rechtzeitig kommenden Safety Cars und einer Aufholjagd, die einen frühen Fehler in ein wertvolles Ergebnis verwandelte.
