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Analyse

Ferraris Austin-Upgrade: Unterboden, Seitenkästen und Diffusor

Ferrari überarbeitete in Austin Unterboden, Seitenkästen und Diffusor des SF-26. Wir erklären die Ziele des Pakets und warum sein Umfang nichts über den Zeitgewinn aussagt.

Ferraris Austin-Upgrade: Unterboden, Seitenkästen und Diffusor

Ferraris Upgrade für den Großen Preis der USA umfasste Änderungen am Unterboden, an den Bodenleitblechen, den Seitenkästen und am Diffusor des SF-26. Das Team wollte so die aerodynamische Belastung an beiden Enden des Unterbodens erhöhen.

Lewis Hamilton hatte den erwarteten Zugewinn vor dem Wochenende mit „einer halben Zehntelsekunde“ beziffert. Die Zahl der überarbeiteten Komponenten zeigte jedoch, wie viel Entwicklungsarbeit hinter dieser bescheidenen Prognose steckte.

Der Umfang eines Upgrades und sein Zeitgewinn auf einer Runde sind zwei verschiedene Dinge. Mehrere aufeinander abgestimmte Änderungen können nötig sein, um eine kleine Verbesserung zu erzielen – besonders dann, wenn Teams ein bewährtes aerodynamisches Konzept weiterentwickeln.

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Überarbeitungen an Unterboden und Luftströmung

Die öffentliche technische Analyse der Formel 1 von Mark Hughes und Giorgio Piola nennt mehr Abtrieb an der Hinterachse als übergeordnetes Ziel des Pakets. Zudem berichtet sie, Ferrari zufolge hätten die Änderungen die Belastung unmittelbar am vorderen Bereich des Unterbodens erhöht.

In unserer früheren Berichterstattung über Ferraris in Austin eingereichtes Upgrade haben wir die Änderungen an der Vorderkante des Unterbodens, der Anordnung der Leitblechstützen sowie den vertikalen und horizontalen Elementen der Bodenleitbleche erläutert.

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© Giorgio Piola Design

Auch der Einlass und der Hinterschnitt der Seitenkästen wurden angepasst. Im hinteren Bereich des Pakets änderte Ferrari zudem das Volumen des Diffusors, die Belastung der Diffusorzäune und die äußeren Elemente an dessen Endkante.

Diese Bereiche wirken zusammen. Die Strömung, die den Unterboden erreicht, beeinflusst, was der Diffusor weiter hinten leisten kann. Ein Ziel wie mehr Abtrieb an der Hinterachse kann deshalb Änderungen erfordern, die deutlich weiter vorn am Auto ansetzen.

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© Giorgio Piola Design

Das erklärt, warum das Paket mehr umfasste als nur eine neue Unterbodenfläche. Wie viel schneller Ferrari dadurch wurde, lässt sich daraus allein jedoch nicht ableiten.

Hamiltons Einschätzung braucht Kontext

Hamiltons Einschätzung vor dem Wochenende entsprach einem erwarteten Zugewinn von rund 0,05 Sekunden. Sie sollte nicht als unabhängig gemessene Verbesserung unter sämtlichen Bedingungen verstanden werden.

Die Wirkung eines Upgrades hängt davon ab, wie das Auto abgestimmt ist und wie konstant es über eine Runde hinweg brauchbare Leistung liefert. Die Zahl der geänderten Teile lässt keine Rückschlüsse auf den Zeitgewinn zu – genauso wenig wie ein Platz im Ziel, der auch von Reifen, Strategie und der Entwicklung der Konkurrenz beeinflusst wird.

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Vor Austin hatte Charles Leclerc Ferraris grundlegendes Leistungsdefizit als größte Schwäche ausgemacht. Seiner Einschätzung nach war das Auto grundsätzlich gut ausbalanciert. Der Schwerpunkt lag daher darauf, sein Potenzial zu steigern, statt lediglich sein Fahrverhalten zu verändern.

Das neue Aerodynamikpaket sollte genau diese Suche nach zusätzlicher Leistung unterstützen. Ob es mehr brachte als von Hamilton geschätzt, ist bislang nicht bestätigt.

Austin zeigte Potenzial und bestehende Grenzen

Ferrari fuhr in allen drei Trainings die Bestzeit: Leclerc war am Freitag der Schnellste, Hamilton lag im Abschlusstraining vorn. Im Qualifying reichte es jedoch nur für die Plätze vier und fünf – hinter Kimi Antonelli und den beiden Red Bull.

Hamilton führte einen Teil des Rückstands auf die Leistung auf den Geraden zurück. Seinen Worten zufolge beschleunigten die Konkurrenten weiter, während die Leistungsentfaltung seines Autos bereits nachließ. Seine Einschätzung macht deutlich, dass sich ein solches Defizit nicht automatisch durch mehr Abtrieb am Unterboden beheben lässt.

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Am Sonntag wurde Leclerc Zweiter, Hamilton Vierter. Auch ihre Eindrücke fielen unterschiedlich aus: Hamilton berichtete von Problemen mit der Balance, während Leclerc sagte, Ferraris jüngste Entwicklungsrichtung habe sein Vertrauen gestärkt.

Diese Ergebnisse ordnen das Upgrade ein, messen seinen Zugewinn aber nicht. Ferrari blieb an der Spitze konkurrenzfähig, doch Antonellis Mercedes gewann weiterhin das Rennen.

Das Paket optimal nutzen wird zur nächsten Aufgabe

Leclerc zog nach dem Rennen ein vorsichtig positives Fazit. Die Richtung der jüngsten Änderungen gefiel ihm. Zugleich ließ er durchblicken, dass Ferrari vor Saisonende kein weiteres großes Upgrade erwartete.

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Damit rückt die Frage in den Mittelpunkt, wie sich die bestehende Ausführung auf unterschiedlichen Strecken noch besser nutzen lässt.

Austin machte den Umfang von Ferraris Arbeit deutlich: eine abgestimmte Überarbeitung mit dem Ziel, die Leistung des Unterbodens zu steigern. Offen bleibt, wie konstant der SF-26 diese Entwicklung in Tempo im Qualifying und im Rennen umsetzen kann.

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