Analyse
GP von Mexiko-Stadt 2026: Kann Leclerc am Samstag die Pole holen?
Was am Samstag beim GP von Mexiko-Stadt 2026 zu erwarten ist: Leclerc trifft auf Norris und Mercedes, Verstappen muss eine Rückversetzung hinnehmen und Ferrari kämpft mit Reifenproblemen.

Charles Leclerc geht mit den stärksten Eindrücken vom Freitag in den Samstag beim Großen Preis von Mexiko-Stadt 2026. Doch Ferrari muss seine Leistung auch im Qualifying abrufen.
Mit seiner Zeit von 1:17,827 Minuten in FP2 lag er nur 0,103 Sekunden vor Lando Norris. George Russell fehlten weitere 0,003 Sekunden. Die gemessenen Zeiten deuten auf einen engen Kampf hin. Die Trainingsanalyse der Formel 1 zeichnet ein etwas anderes Bild: Red Bull und Mercedes sind Ferrari beim geschätzten Qualifying-Tempo am dichtesten auf den Fersen.

Bei Ferrari steckt noch Potenzial
In der Qualifying-Simulation der Formel 1 liegt Ferrari 0,17 Sekunden vor Red Bull, 0,18 vor Mercedes und 0,47 vor McLaren.
Auch die Analyse der theoretisch schnellsten Runde zeigt: Zwischen Leclercs tatsächlicher Zeit und der Kombination seiner besten Sektoren lagen 0,328 Sekunden. Das deutet auf Spielraum für eine sauberere Runde hin, garantiert aber keine Verbesserung. Unter Qualifying-Druck die besten Sektoren zu einer Runde zusammenzufügen, bleibt die Herausforderung.

Laut Analyse liegt Ferraris Stärke vor allem in den langsamen Kurven. Dort könnte der Zeitgewinn insgesamt rund vier Zehntelsekunden betragen.
Die Frage ist, ob dieser Vorteil auch bei veränderten Bedingungen bestehen bleibt. Leclerc hat bereits erklärt, wie schwierig es für Ferrari ist, das Auto im optimalen Qualifying-Fenster zu halten – insbesondere, wenn die Streckentemperaturen sinken.
Lewis Hamiltons unterbrochenes FP2 sorgt für zusätzliche Unsicherheit. Sein Leistungsverlust kostete Ferrari wertvolle Fahrzeit. Das Training am Samstag ist deshalb sowohl für die Zuverlässigkeit als auch für die Vorbereitung wichtig.

Mercedes ist nah genug, um die Chance zu nutzen
Russell beendete FP2 auf Platz drei, Kimi Antonelli wurde Vierter und lag 0,217 Sekunden hinter Leclerc.
Der geschätzte Rückstand von Mercedes im Qualifying beträgt 0,18 Sekunden. Damit ist das Team in Schlagdistanz, falls Ferrari durch die Reifenpräparation oder eine nicht ganz perfekte Runde Zeit verliert. In der Reihenfolge der theoretisch schnellsten Runden liegt Russell zudem vor Norris. Das zeigt, wie kleine Unterschiede bei der Umsetzung die Startplätze in den vorderen Reihen beeinflussen könnten.
Mercedes kann in FP3 an einer konkurrenzfähigen Grundabstimmung feilen. Für Ferrari ist es eine Erinnerung daran, dass die Bestzeit im Training kaum vor einem Rivalen schützt, der über Nacht eine bessere Balance findet.
Antonellis Titelchance verleiht seinem Samstag zusätzliche Bedeutung. Den größeren Zusammenhang beleuchtet unsere Vorschau auf den Titelkampf beim GP von Mexiko-Stadt.

McLarens Bestzeit braucht Einordnung
Norris’ zweiter Platz war ermutigend. Beim geschätzten Qualifying-Tempo liegt McLaren jedoch 0,47 Sekunden hinter Ferrari.
Ergebnisliste und Simulation beantworten unterschiedliche Fragen. Die eine hält die gefahrenen Runden fest, die andere schätzt die Leistung im direkten Vergleich. Keine von beiden legt die Reihenfolge für Samstag fest.

Oscar Piastris Rückstand von 0,433 Sekunden auf seine theoretisch schnellste Runde deutet darauf hin, dass auch bei ihm die Umsetzung sein Potenzial verdeckte. Er kam nur auf Platz zehn ins Ziel. McLaren kann also durchaus optimistisch sein, hat aber noch Arbeit vor sich, bevor beide Fahrer regelmäßig vorne mitmischen können.
Unser Rückblick auf FP2 in Mexiko-Stadt zeigt, wie das Training verlief.

Red Bull ist weiterhin schwer einzuschätzen
Max Verstappen wurde Fünfter. Allerdings beeinträchtigte ein Bodenschaden, der bei der Berührung mit Liam Lawson entstanden war, den Vergleich.
Der geschätzte Qualifying-Rückstand von Red Bull beträgt 0,17 Sekunden und macht das Team zu einem ernst zu nehmenden Gegner. Wegen der Fahrten mit beschädigtem Auto bleibt jedoch unklar, wie konkurrenzfähig Red Bull tatsächlich ist. FP3 dürfte mit einem unbeschädigten Wagen ein klareres Bild von der Balance liefern.
Zudem muss Verstappen eine Rückversetzung um einen Startplatz hinnehmen. Sein Qualifying-Ergebnis und sein tatsächlicher Startplatz sind daher nicht dasselbe.

Die Longruns sprechen für Ferrari – mit Einschränkungen
In der Rennsimulation der Formel 1 liegt Mercedes 0,25 Sekunden hinter Ferrari, Red Bull 0,28 und McLaren 0,29 Sekunden. Zwischen den drei Verfolgern liegen nur 0,04 Sekunden.
Das spricht für Ferraris Wettbewerbsfähigkeit insgesamt, belegt aber keine überlegene Reifenschonung. Tankfüllung, Reifenmischung und -alter, Stintlänge, Verkehr und Temperatur können die Vergleiche aus dem Training beeinflussen.

Am Samstag wird sich zeigen, ob Ferrari seinen Vorteil halten kann, während sich die Haftung verändert und die Rivalen ihre Vorbereitung verbessern. Eine schnelle erste Runde und konstantes Renntempo sind zwei unterschiedliche Anforderungen.
Der Zeitplan für Samstag
Samstag, 31. Oktober:
- FP3: 11:30 Uhr in Mexiko-Stadt / 17:30 Uhr GMT / 18:30 Uhr MEZ
- Qualifying: 15:00 Uhr in Mexiko-Stadt / 21:00 Uhr GMT / 22:00 Uhr MEZ
Ferrari hat eine echte Chance. Um sie zu nutzen, braucht das Team die Stärke in den langsamen Kurven, ein stabiles Arbeitsfenster und eine fehlerfreie Qualifying-Runde.
