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Analyse

Red Bulls und Audis Unterbodenstreben-Trick: Was ändert sich 2027?

Wie Red Bull und Audi mit Unterbodenstreben schärfere Seitenkästen formen, die Luftführung verbessern und mehr Abtrieb erzeugen – und warum die Regeln 2027 verschärft werden.

Red Bulls und Audis Unterbodenstreben-Trick: Was ändert sich 2027?
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Ein Bauteil zur Abstützung des Unterbodens verschafft Red Bull und Audi mehr Spielraum bei der Form ihrer Seitenkästen. Dank einer Ausnahmeregelung für Unterbodenstreben konnten die Teams aggressivere Einzüge gestalten, als es die üblichen Karosserievorschriften erlauben.

Diese Möglichkeit besteht bis zum Ende der Saison 2026. Ab 2027 schränken strengere Vorgaben den Spielraum deutlich ein.

Wie ein Strukturbauteil zur aerodynamischen Chance wurde

Die Formel-1-Vorschriften für die Karosserie verlangen grundsätzlich abgerundete Kanten und Übergänge zwischen den Oberflächen. Dadurch sind der Schärfe der Formen Grenzen gesetzt, mit denen Aerodynamiker die Luftströmung beeinflussen können.

Unterbodenstreben haben eine andere Aufgabe: Sie stützen den Unterboden gegen aerodynamische Belastungen ab. Entscheidend ist, dass für Karosserieteile im Umkreis von 20 Millimetern um eine Strebe die üblichen Anforderungen an die Radien nicht gelten.

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Red Bull erkannte, dass eine Strebe entlang der äußeren Kante des Seitenkasteneinzugs zwei Zwecke erfüllen kann. Sie stützt weiterhin den Unterboden, erlaubt der umgebenden Karosserie aber zugleich ein schärferes Profil.

Audi setzte mit seinem Upgrade in Baku eine eigene Variante um und ergänzte damit die Entwicklungslinie des Herstellers im Rahmen seines umfassenderen Formel-1-Entwicklungsprogramms.

Warum schärfere Seitenkästen wichtig sind

Der Einzug leitet Luft unter dem Seitenkasten hindurch zum Heck des Autos. Wie gut das funktioniert, hängt davon ab, wie die Luftströmung mit dem Unterboden, dem Diffusor und dem Bereich am Hinterrad zusammenspielt.

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Ein tieferer, klarer abgegrenzter Kanal kann Druckunterschiede verstärken und die Luft in den Bereich zwischen Hinterreifen und Diffusor beschleunigen. Das kann dazu beitragen, die Luft schneller durch den Unterboden zu ziehen und so den Abtrieb zu erhöhen.

Der Vorteil entsteht durch das Zusammenspiel der Oberflächen und nicht dadurch, dass die Unterbodenstrebe für sich genommen Leistung erzeugt. Eine kleine Regel-Ausnahme kann somit ein deutlich größeres Aerodynamiksystem beeinflussen.

Warum die Regeln abgerundete Karosserieformen begünstigen

Die Beschränkungen für Radien haben nicht nur mit der Optik zu tun. Scharfe Kanten geben den Ingenieuren mehr Kontrolle über Wirbel, können aber auch instabilere Luftströmungen erzeugen, die ein nachfolgendes Auto stören.

Komplexere Strömungsstrukturen erfordern zusätzliche Forschung und treiben die Entwicklungskosten in die Höhe. Dünne Kanten können es zudem erleichtern, die Flexibilität der Karosserie auszunutzen.

Auch die Sicherheit spielt eine Rolle: Abgerundete Formen verringern die Gefahr, die scharfkantige Trümmer für Reifen und Streckenpersonal darstellen.

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Was ändert sich 2027?

Die Ausnahme für den Bereich um Unterbodenstreben wird von 20 auf 5 Millimeter verkleinert. Hinzu kommen neue Anforderungen an die Schnittpunkte und durchgehenden Übergänge der Karosserieflächen.

Zusammen sollen diese Änderungen einen Großteil des Spielraums beseitigen, der die aktuelle Auslegung so attraktiv macht. Unterbodenstreben behalten ihre strukturelle Funktion, bieten aber deutlich weniger Möglichkeiten zur aerodynamischen Nutzung.

In den verbleibenden Rennen 2026 können die Konkurrenten das Konzept weiterhin aufgreifen. Ob sich eine Kopie lohnt, hängt von den verfügbaren Entwicklungsressourcen, der Integration in die bestehende Karosserie und der begrenzten Zeit bis zum Inkrafttreten der neuen Regeln ab.

Weitere Neuigkeiten finden Sie in unserer Berichterstattung über Audi.

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