Analyse
Kann Ferrari in Austin vorne bleiben? Vier Teams im engen Duell
Ferrari führt das Training in Austin an, doch Mercedes, Red Bull und McLaren liegen dichtauf. Beim USA-GP 2026 zeichnet sich ein Vierkampf ab.

Charles Leclerc dominierte am Freitag beide Trainings zum Großen Preis der USA und bescherte Ferrari einen vielversprechenden Auftakt auf dem Circuit of the Americas. Die knappen Abstände lassen jedoch erwarten, dass es auch im Qualifying und am Sonntag im Rennen eng zugehen könnte.
Ferrari, Mercedes, Red Bull und McLaren zeigten allesamt konkurrenzfähiges Tempo. Nun gilt es, dieses Potenzial auch dann abzurufen, wenn die Spritmengen sinken und es auf die Ergebnisse ankommt.
Ferrari punktet mit Stärke in den Kurven
Leclercs Tempo bestätigte sich in beiden Trainings und beruhte nicht nur auf einer einzelnen Ausnahmerunde. Auch im Vergleich der theoretisch besten Rundenzeiten lag er vorne – ein weiterer Hinweis darauf, dass Ferraris starke Leistung am Freitag Substanz hatte.

Den entscheidenden Vorteil holte Ferrari in den Kurven heraus und glich damit die anhaltende Schwäche auf den Geraden aus, die dem Team Sorgen bereitet.
Ferraris Upgrade für Austin vervollständigt das Entwicklungspaket, das in Madrid eingeführt wurde. Die ersten Anzeichen sind vielversprechend. Entscheidend ist nun, die gute Position zu halten: Starke Freitage haben sich nicht immer in ebenso überzeugende Rennwochenenden übersetzt.
Unser Rückblick auf das Freitagstraining fasst die ersten beiden Einheiten zusammen.
Mercedes macht Fortschritte, McLaren lässt Zeit liegen
Im ersten freien Training belegten vier verschiedene Teams die ersten vier Plätze – mit einem Abstand von rund drei Zehntelsekunden. Im zweiten Training lagen Ferrari, Mercedes und Red Bull innerhalb von etwa zwei Zehnteln.

McLaren erwischte bei den Versuchen mit den weichen Reifen keine sauberen Runden. Dadurch spiegelten die Platzierungen im Klassement das tatsächliche Potenzial des Teams nur bedingt wider. Auch die Longruns deuteten auf kaum Unterschiede zwischen den Spitzenreitern hin.
Mercedes scheint seinem überarbeiteten Auto zunehmend auf die Schliche zu kommen: Beide Fahrer nutzen inzwischen dieselbe Ausbaustufe. So kann das Team verschiedene Einstellungen umfassender vergleichen, nachdem es in Singapur noch mit unterschiedlichen Paketen angetreten war.
Kimi Antonelli räumte allerdings ein, dass die Suche nach dem optimalen Arbeitsfenster des Autos noch nicht abgeschlossen sei. Die Fortschritte machen Mut, reichen aber nicht aus, um Mercedes zum Favoriten zu erklären.

Antonellis Titelchance bleibt gering
Antonelli muss in Austin gewinnen, um überhaupt noch eine Chance auf den Titel zu haben. Zudem müsste Lewis Hamilton mindestens Fünfter und George Russell mindestens Zehnter werden.
Dafür müsste der zweite Mercedes ein enttäuschendes Ergebnis einfahren. Für das Team hat weiterhin die Maximierung der gemeinsamen Punkteausbeute Vorrang – nicht die vorzeitige Krönung eines Fahrers.
Kampf im Mittelfeld durch Strafen erschwert
Die Racing Bulls wirken besonders über eine Runde konkurrenzfähig, während Alpine auf den Longruns stärker aussah. Auch Audis jüngste Fortschritte bringen das Team in Schlagdistanz.

Alle drei Teams haben Upgrades mitgebracht. Startplatzstrafen für Arvid Lindblad, Franco Colapinto und Gabriel Bortoleto erschweren ihre Aussichten jedoch.
Ferrari hat sich zunächst einen Vorteil verschafft. Bei derart knappen Abständen könnten eine fehlerfreie Umsetzung und Fortschritte bei der Abstimmung über Nacht die Reihenfolge aber schnell verändern.
