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Aston Martin plant radikalen Umbruch mit „völlig neuem“ AMR27 für 2027
Aston Martin CTO Enrico Cardile enthüllt: Der AMR27 wird ein „völlig neues Auto“ für 2027, um die neuen Formel-1-Reglementänderungen zu meistern.

Aston Martin Chief Technical Officer Enrico Cardile hat einen mutigen strategischen Kurswechsel angekündigt: Er erklärte, dass der AMR27 ein „völlig neues Auto“ für die Formel-1-Saison 2027 sein wird. Obwohl erwartet wird, dass das Projekt konzeptionell auf dem aktuellen Chassis aufbaut, nähert sich die Technikabteilung den Reglementänderungen von 2027 mit einer völlig freien Denkweise.
Lehren aus einer schwierigen Kampagne
Der Übergang des Teams in die Ära 2026 – geprägt durch die Ankunft von Adrian Newey und den Wechsel zu Honda-Antrieben – hat sich als schwierig erwiesen. Aktuell belegt die Mannschaft mit nur drei erzielten Punkten den 10. Platz in der Konstrukteurswertung und konzentriert sich nun darauf, jedes Quäntchen an Erkenntnissen aus dem aktuellen Betrieb zu gewinnen.
Jüngste technische Updates, darunter das B-Spec-Auto, das beim Großen Preis von Ungarn eingeführt wurde, sowie das Honda-Motoren-Upgrade beim Großen Preis der Niederlande, haben erste Hoffnungsschimmer geweckt. Stroll: Aston Martins Ungarn-Upgrade ist ein AMR26-Ultimatum betonte bereits die Bedeutung dieser Entwicklungen; nun verlagert sich der Fokus auf den langfristigen Horizont.

In einem Gespräch auf der offiziellen Website des Teams betonte Cardile, dass das Team zwar einer bestimmten Richtung folgt, sich aber nicht daran festlegen lasse. „Wir sind jetzt auf dem richtigen Weg, aber wir sind nicht daran gebunden“, erklärte Cardile. „Was die Arbeit am 27er-Projekt angeht, haben wir uns keinerlei Einschränkungen auferlegt, was die Übernahme von Elementen des Vorgängermodells betrifft.“
Die Herausforderung durch das 2027er-Reglement
Das technische Reglement von 2027 wird eine Abkehr von der aktuellen 50:50-Aufteilung zwischen Verbrennungsmotor und elektrischer Energie sowie signifikante aerodynamische Anpassungen vorsehen.
Cardile merkte an, dass das Hauptziel für den Rest des Jahres darin bestehe, das Jahr 2026 primär als Datensammelphase zu nutzen. „Unsere Aufgabe ist es nun, so viele Informationen wie möglich aus 2026 zu extrahieren, denn all das wird das Projekt für 2027 leiten“, so der Techniker.

Die kommenden Änderungen stellen ein gewaltiges aerodynamisches Puzzle dar. Zu den wichtigsten Anpassungen gehören:
- Antriebseinheit: Eine Erhöhung der Kraftstoffmenge um 5 % und eine verfeinerte Energieentfaltung.
- Chassis-Aerodynamik: Eine signifikante Verschiebung der vorderen Bodenkante (der „Bib“ oder „Tea Tray“) um 300 mm, was eine geringere Fahrzeughöhe ermöglicht.
- Heck-Aerodynamik: Ein flacherer Heckflügel, der darauf ausgelegt ist, den Abtrieb zu reduzieren.
- Bodendetails: Eine Reduzierung der Anzahl der sogenannten „Bear Claws“ oder „Fingers“ von fünf auf drei.
Für Cardile ist die Evolution des vorderen Bodenbereichs die kritischste Hürde. Er bleibt jedoch äußerst optimistisch und weist darauf hin, dass die schnelle Reifung des Teams im letzten Jahr sie in eine gute Position gebracht hat, um von diesen tiefgreifenden Reglementänderungen optimal zu profitieren.
