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Mercedes prüfte den umgedrehten Heckflügel schon vor über einem Jahr
Simone Resta sagt, Mercedes habe Ferraris Konzept eines umgedrehten Heckflügels schon vor über einem Jahr geprüft, den möglichen Leistungsvorteil aber nicht für groß genug gehalten.

Mercedes hatte ein Konzept mit umgedrehtem Heckflügel schon mehr als ein Jahr vor dessen Einsatz bei einem Rivalen untersucht, sich damals aber gegen die Weiterentwicklung entschieden. Das verriet der stellvertretende Technische Direktor Simone Resta.
Die als „Macarena“-Flügel bekannte Konstruktion wurde erstmals von Ferrari eingeführt. Dabei dreht sich die obere Klappe um mehr als 200 Grad in eine Position wie bei einem Flugzeugflügel, statt sich wie ein herkömmlicher DRS-Flügel zu öffnen. Das Design kann den Luftwiderstand deutlich verringern, kostet im geöffneten Zustand aber auch Abtrieb.
Mercedes wog den geringeren Luftwiderstand gegen den Verlust an Abtrieb ab
Resta sagte, das Team habe die Idee eingehend geprüft und ihr Potenzial zur Verringerung des Luftwiderstands erkannt. Mercedes sei jedoch zu dem Schluss gekommen, dass der Vorteil den Entwicklungsaufwand und die erforderliche Fertigung der Bauteile nicht aufwiege.

Diese Einschätzung ist nicht endgültig. Resta sagte, Mercedes könne auf das Konzept zurückkommen und untersuche weiterhin Lösungen anderer Teams auf Ideen, die zum eigenen Auto passen könnten.
Ferrari testete den Flügel bei den Vorsaisontests in Bahrain und setzte ihn beim Großen Preis von Miami erstmals im Rennen ein. Red Bull brachte beim selben Rennwochenende eine eigene Version mit, während McLaren im ersten Training in Österreich ein Versuchskonzept ausprobierte. Die verschiedenen Ausführungen haben den Flügel zu einem viel diskutierten Technikthema gemacht. Auch Mercedes hat sich von Ferrari inspirieren lassen und aerodynamische Lösungen entwickelt, darunter die Auspuffflügel-Entwicklung in Madrid.
Resta erwartet ein enges Duell in Austin
Nun richtet sich der Blick auf den Großen Preis der USA auf dem Circuit of The Americas. Mercedes reist mit wechselhaften Ergebnissen an: Das Team gewann in Baku, Monza und Madrid, lag in Singapur aber hinter Red Bull und Ferrari.

Resta sagte, das Kräfteverhältnis lasse sich von einem Rennwochenende zum nächsten nur schwer vorhersagen. Nach mehreren starken Rennen rechnet er damit, dass Red Bull an der Spitze mitkämpfen wird. Ferrari sei unter unterschiedlichen Bedingungen konkurrenzfähig gewesen, auch wenn dem Team nicht immer der letzte Schritt zur Führung gelungen sei.
Zudem verwies er auf McLarens Status als Weltmeister und darauf, dass das Team bei manchen Rennen klar das stärkste sein könne. Seine Aussagen decken sich mit der jüngsten Einschätzung, dass Mercedes nicht mehr das schnellste Auto hat und McLaren das Feld anführt.
Resta sagte, alle drei Rivalen könnten in Austin konkurrenzfähig sein. Mercedes konzentriere sich darauf, mehr aus seinem Gesamtpaket herauszuholen und den Weg zurück an die Spitze zu finden – so wie es dem Team bereits früher in der Saison gelungen sei.
