Bahrain-GP: Verstappen schnellster am Freitag, Leclerc führt FP2 an

Die Formel 1 kehrte nach Sepang zurück – und gleich zwei Fahrer setzten in den Trainings den Bestwert. Gleichzeitig zeigte sich einmal mehr, dass die Zeitenliste nur einen Teil der Geschichte erzählt. Max Verstappen war am Freitag insgesamt der Schnellste, während Charles Leclerc Ferrari in FP2 an die Spitze brachte. Die extreme Hitze stellte Autos, Fahrer und Reifen auf eine harte Probe.
Der Bahrain-GP findet nach seiner Verlegung aus Sakhir auf der malaysischen Rennstrecke statt. Damit kehrte die Formel 1 erstmals seit 2017 nach Sepang zurück.

Verstappen setzt die erste Duftmarke
Der Sieger des letzten Formel-1-Rennens in Sepang fand schnell wieder in seinen Rhythmus. Im ersten Training lag Verstappen mit 1:37,520 Minuten um 0,383 Sekunden vor George Russell. Isack Hadjar belegte Rang drei und unterstrich damit den starken Auftakt von Red Bull.
Red Bull begann auf Soft-Reifen, während die meisten Konkurrenten ihre ersten Daten auf Mediums sammelten. Als die Zeitenjagd Fahrt aufnahm, setzten Hadjar und Russell zwischenzeitlich die Bestmarke, ehe Verstappen mit seiner entscheidenden Runde konterte.
Leclerc wurde Vierter, vor WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli und Lewis Hamilton. Die McLaren-Piloten Oscar Piastri und Lando Norris kamen nur auf die Plätze elf und zwölf.
Für die Fahrer, die Sepang zum ersten Mal erlebten, ging es nicht allein um schnelle Rundenzeiten: Sie mussten sich auch mit den weit gezogenen Kurven der Strecke vertraut machen. Russells Urteil fiel knapp aus: „Diese Strecke ist richtig cool.“

Leclerc kontert – doch die Reifenwahl erschwert den Vergleich
Vor FP2 lagen die Streckentemperaturen bei über 61 °C, während sich am Himmel bedrohliche Wolken zusammenzogen. Die Teams mussten daher einen Spagat meistern: ihre schnellen Runden vor einem möglichen Regenschauer fahren und zugleich eine Überhitzung der Reifen vermeiden.
Leclerc setzte mit 1:37,528 Minuten die Bestzeit – nur acht Tausendstelsekunden langsamer als Verstappens Marke aus dem Vormittag. Hadjar lag 0,099 Sekunden zurück, Norris erholte sich mit Rang drei und weiteren 0,038 Sekunden Rückstand.
Verstappens vierter Platz in FP2 ist allerdings mit einem wichtigen Vorbehalt zu betrachten: Seine Zeit von 1:37,785 Minuten fuhr er auf Medium-Reifen. Die Soft-Mischung kam in dieser Session bei ihm gar nicht zum Einsatz.
Hamilton und Piastri komplettierten die Top sechs. Russell und Antonelli belegten die Plätze sieben und acht, fuhren ihre schnellsten Runden aber ebenfalls auf Mediums. Antonellis schnelle Runde auf Soft-Reifen wurde wegen Überschreitung der Streckenbegrenzung gestrichen, Russell brach seinen Versuch ab.
Wie stark sich das jüngste Mercedes-Upgrade auswirkt, lässt sich anhand des Nachmittagsergebnisses allein daher nur schwer beurteilen.

Untersuchung gegen Hamilton, Audis Training vorzeitig beendet
Gegen Hamilton wurde eine Untersuchung eingeleitet. Er soll Gabriel Bortoleto behindert haben, der dem Ferrari ausweichen musste. Der siebenmalige Weltmeister berichtete anschließend, dass er durch seinen rechten Außenspiegel nur schlecht sehen könne.
Für Bortoleto endete der Nachmittag wenig später mit einem mutmaßlichen Getriebeproblem. Sein liegen gebliebener Audi löste zwei Minuten vor Schluss eine virtuelle Safety-Car-Phase aus.
Der angekündigte Regen blieb aus, doch die Hitze prägte das Freitagstraining. Angesichts der Bedenken zum Reifenmanagement und zu Überholmanövern war die reine Geschwindigkeit nur eine von mehreren Herausforderungen.
Der Freitag deutete auf einen konkurrenzfähigen Ferrari und einen selbstbewussten Auftritt von Red Bull hin. Ob eines der Teams dieses Versprechen auch über die gesamte Renndistanz einlösen kann, wird sich als Nächstes in Sepang zeigen.
